23 Mai 2024

Die Nachrichtenlage um 23 Uhr

Die Schlagzeilen:

WIRTSCHAFT

AUTOMOBILINDUSTRIE: Tesla erwĂ€hnt im aktuellen Umweltbericht nicht mehr das Ziel, pro Jahr 20 Millionen Elektroautos zu bauen. Nun heisst es in dem Dokument vom Donnerstag nur noch, man wolle fossile Brennstoffe verdrĂ€ngen, dass möglichst viele Tesla-Produkte verkauft wĂŒrden.

In den beiden Berichten davor stand noch, Tesla werde bis Ende des Jahrzehnts viele weitere Fabriken bauen mĂŒssen, um am Ende 20 Millionen Fahrzeuge jĂ€hrlich zu produzieren. Der Autobauer reagierte zunĂ€chst nicht auf die Frage, ob das Ziel damit offiziell aufgegeben worden sei. (Austin, 22:22)

BAUEN: Ein Wohnprojekt in einem ehemaligen Weinlager in Basel ist mit dem Baukultur-Preis Prix SIA des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins ausgezeichnet worden. Es setzte sich bei einer neunköpfigen Jury und in einem Publikumsvoting gegen 168 BeitrÀge durch.

Das Projekt mit 64 Wohnungen, GewerberĂ€umen, Musikprobezimmern und einem CafĂ© im LysbĂŒchel-Quartier unweit der Grenze zu Frankreich sei „ein wunderbares Beispiel fĂŒr die gelungene Umnutzung von einem Industriebau zu einem Wohnhaus“, teilte die Jury am Donnerstag mit. Das Vorhaben der Stiftung Habitat im ehemaligen Coop-Weinlager entspreche in mehrfacher Hinsicht den Anforderungen an eine zeitgenössische Architektur. (Winterthur ZH, 20:18)

UNTERHALTUNG: Das US-Justizministerium hat eine Kartellklage gegen den Konzertkarten-VerkĂ€ufer Ticketmaster eingereicht. Er soll seine Marktmacht missbraucht und ĂŒberhöhte Ticketpreise verlangt haben.

In der am Donnerstag bei einem Bundesgericht in New York eingebrachten Klage werden Ticketmaster und sein Mutterunternehmen Live Nation Entertainment beschuldigt, ihre beherrschende Marktstellung missbraucht zu haben, um die Ticketpreise nach oben zu treiben und Wettbewerber vom Markt zu drĂ€ngen. „Es ist an der Zeit, Live Nation aufzuspalten“, erklĂ€rte Justizminister Merrick Garland. (Washington, 18:46)

POLITIK

GROSSBRITANNIEN: In der englischen UniversitĂ€tsstadt Oxford hat die Polizei 16 Menschen bei einer Protestaktion festgenommen. Einem BBC-Bericht zufolge soll es sich um einen Sitzstreik propalĂ€stinensischer Demonstranten gehandelt haben. Beamte hĂ€tten am Donnerstagmorgen einen Platz der UniversitĂ€t aufgesucht, teilte die Polizei mit. Zuvor sei berichtet worden, dass sich Demonstranten Zugang zu einem privaten BĂŒro in einem der GebĂ€ude verschafft hĂ€tten.

„16 Menschen wurden seitdem festgenommen wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch und in einem Fall auch wegen des Verdachts auf einen Übergriff“, teilte die Thames Valley Police mit. ZusĂ€tzlich hĂ€tten sie mit Demonstranten in der NĂ€he des Platzes zu tun gehabt, die versucht hĂ€tten, den Transport festgenommener Personen zu stören. „Diese Proteste verliefen friedlich und es wurde niemand festgenommen.“ (Oxford, 20:49)

EUROPA: Litauen will eine koordinierte Antwort auf ein russisches Gesetzesprojekt zur möglichen Neubestimmung von dessen Seegrenzen in der Ostsee.

„Wir arbeiten weiterhin mit unseren Nachbarn und Partnern sowohl auf EU- als auch auf Nato-Ebene zusammen, um eine einheitliche Reaktion auf die Situation sicherzustellen“, sagte Regierungschefin Ingrida Simonyte der Agentur BNS zufolge am Donnerstag in Vilnius.

In Russland war zuvor in der Gesetzesdatenbank der Regierung ein Entwurf des Verteidigungsministeriums veröffentlicht worden. Darin wurde eine Anpassung der Seegrenzen im Finnischen Meerbusen und an der auch an Litauen grenzenden Exklave Kaliningrad angekĂŒndigt. Dies hatte die Nachbarstaaten alarmiert. SpĂ€ter war die Initiative ohne Angabe von GrĂŒnden aus der Gesetzesdatenbank verschwunden. (Vilnius, 19:58)

BOSNIEN-HERZEGOWINA: Am 11. Juli wird kĂŒnftig weltweit dem Völkermord von Srebrenica 1995 gedacht.

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen stimmte am Donnerstag in New York trotz einer Reihe von Gegenstimmen und Enthaltungen fĂŒr einen entsprechenden Resolutionsentwurf zu einem „Tag der Reflexion und des Gedenkens“. Der massgeblich von Deutschland und Ruanda ausgearbeitete Text soll helfen, an den Genozid an ĂŒber 8000 bosnischen Muslimen zu erinnern. „Bei unserer Initiative geht es darum, das Andenken der Opfer zu ehren und die Überlebenden zu unterstĂŒtzen, die weiterhin mit den Narben dieser schicksalhaften Zeit leben mĂŒssen“, sagte die deutsche UN-Botschafterin Antje Leendertse. (New York, 18:17)

MEDIEN: Die Verleger der grossen Schweizer MedienhÀuser suchen neue GeschÀftsmodelle und Kooperationen mit den grossen internationalen Technologiekonzernen. Sie wollen keine Tech-Verhinderer sein, wie sie unisono am Swiss Media Forum in Luzern sagten.

In der sogenannten Elefantenrunde tauschten sich am Donnerstag die Chefs der grossen MedienhÀuser aus: NZZ-CEO Felix Graf, SRG-Generaldirektor Gilles Marchand, TX-Group-PrÀsident Pietro Supino, Ringier-CEO Marc Walder und CH-Media-CEO Michael Wanner. (Luzern, 18:01)

VERMISCHTES

GROSSBRITANNIEN: Grossbritanniens Regierung will kĂŒnftigen Generationen den Zigarettenkauf verbieten – angesichts der nun angekĂŒndigten Parlamentswahl ist die Zukunft des Projekts aber offen.

Bevor das Parlament aufgelöst wird, sollen noch einige Gesetzesvorlagen im Schnelldurchlauf durchgebracht werden. Die Vorlage, mit der kĂŒnftigen Generationen das Rauchen nahezu unmöglich gemacht werden soll, stehe fĂŒr Freitag nicht auf der Tagesordnung, meldeten die britische Nachrichtenagentur PA und die Rundfunkanstalt BBC am Donnerstag. (London, 20:02)

TÜRKEI: Die TĂŒrkei will Medienberichten zufolge kĂŒnftig Strassenhunde einschlĂ€fern, sollten diese nicht vermittelbar sein.

TierschĂŒtzer und andere Nichtregierungsorganisationen schlugen am Donnerstag Alarm gegen das Vorhaben und riefen die islamisch-konservative Regierung dazu auf, den Entwurf zurĂŒckzunehmen. Die Population der Strassenhunde werde weder mit Töten noch Einsammeln reduziert, das habe die Vergangenheit gezeigt, sagte der Vorsitzende der Tierschutzorganisation Haytap, Ahmet Kemal ƞenpolat, der Deutschen Presse-Agentur. Um das Problem zu lösen, mĂŒssten beispielsweise der Handel mit Hunden verboten und Tiere konsequent sterilisiert werden. Auch das Tierschutzzentrum der Istanbuler Anwaltskammer erklĂ€rte, die Tiere bezahlten mit dem Leben dafĂŒr, dass nicht ausreichend sterilisiert werde und die Behörden das Aussetzen von Tieren nicht bestraften. Man werde das nicht zulassen. (Istanbul, 17:39)

KULTUR

FOTOGRAFIE: Als Schweizer Premiere zeigt das Schweizer Kameramuseum in Vevey VD bis am 18. August Arbeiten des Fotografen Edward Kaprov. Er reiste 2022 in die Ukraine und bannte den Krieg auf Glasplatten, eine besondere Vorgehensweise, die Langsamkeit bedingt.

Der Ansatz von Edward Kaprov sei „einzigartig und atemberaubend“, schrieb das Museum am Donnerstag. Kaprov benutzte die historische Technik der Glasplattenfotografie, bei der das Labor und die zerbrechlichen Platten vor Ort herumgetragen werden mĂŒssen. (Vevey VD, 18:51)

SPORT

WM 2024: Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft steht an der WM in Tschechien in den Halbfinals. Das Team von Trainer Patrick Fischer bezwingt Deutschland dank Doppel-TorschĂŒtze Christoph Bertschy 3:1.

Die Schweizer hatten alles im Griff, fĂŒhrten 2:0, als Andrea Glauser in der 32. Minute die zweite Strafe seines Teams in dieser Partie kassierte. Vier Sekunden spĂ€ter, nach einem gewonnenen Bully von Wojciech Stachowiak und einem Schuss des Berner StĂŒrmers Dominik Kahun, stand es nur noch 2:1 fĂŒr die Eisgenossen. (Eishockey, 18:59)