1 Februar 2023

Die Nachrichtenlage um 10 Uhr

Die Schlagzeilen:

WIRTSCHAFT

KONJUNKTUR: Die Stimmung in der Schweizer Industrie hat sich zu Jahresanfang markant eingetrübt. Der Dienstleistungssektor ist derweil wieder über die Wachstumsschwelle geklettert.

In der Industrie hat der Einkaufsmanagerindex (PMI) im Januar 2023 deutlich um 5,2 Punkte auf 49,3 Zähler nachgegeben, wie die Credit Suisse am Mittwoch mitteilte. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten höhere Werte im Bereich von 52,0 und 54,3 Punkten prognostiziert. (Zürich, 09:38)

ROHSTOFFE: Der Rohstoffhändler und Bergbaukonzern Glencore hat ein durchzogenes Produktionsjahr 2022 hinter sich. So hat das Zuger Unternehmen deutlich weniger Kupfer gefördert als im Vorjahreszeitraum, dafür aber mehr Kohle und Öl.

Die Produktion von Kupfer sank im vergangenen Jahr um 12 Prozent auf 1,058 Millionen Tonnen, wie Glencore am Mittwoch im Produktionsbericht bekannt gab. Das Unternehmen macht verschiedene Gründe dafür verantwortlich wie etwa geotechnische Einschränkungen bei der Mine Katanga im Kongo und den Verkauf der australischen Ernest Henry-Mine. Zudem habe es geplante Produktionsänderungen sowie Corona-Ausfälle in der Mine Collahuasi und eine geringere Förderung in der australischen Mine Mount Isa gegeben. (Baar, 09:23)

INDUSTRIE: Der ABB-Konzern will seine Division E-Mobility weiterhin an die Börse bringen. Zuerst werden aber neue Minderheitsaktionäre am Geschäft mit Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge beteiligt.

Mit einer zweiten Privatplatzierung hat sich das Unternehmen 325 Millionen Franken beschafft. Im Rahmen einer „zweiten und letzten Runde der Pre-IPO-Privatplatzierung“ werden neue Aktien ausgegeben, wie ABB am Mittwoch mitteilte. Mit vier Minderheitsaktionären sei eine entsprechende Vereinbarung abgeschlossen worden. (Zürich, 08:25)

POLITIK

UMWELT: Vier Bewohnerinnen und Bewohner der vom Klimawandel bedrohten indonesischen Insel Pari haben beim Zuger Kantonsgericht Zivilklage gegen den Schweizer Zementkonzern Holcim eingereicht. Sie machen das Unternehmen für Klimaschäden verantwortlich.

„Unsere Existenz ist bedroht“, hiess es in einer Mitteilung der Kläger vom Mittwoch. Die Insulaner verlangen eine Entschädigung sowie Geld für Flutschutzmassnahmen. Holcim soll zudem die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2019 bis 2030 um 43 und bis 2040 um 69 Prozent reduzieren. (Bern, 07:30)

GROSSBRITANNIEN: Mit dem grössten Streik seit Jahrzehnten erreicht der „Winter des Unmuts“ in Grossbritannien seinen vorläufigen Höhepunkt. Schätzungen zufolge wollen an diesem Mittwoch eine halbe Million Beschäftigte in zahlreichen Branchen die Arbeit niederlegen. Sie demonstrieren vor allem für deutlich stärkere Lohnerhöhungen, aber auch für bessere Arbeitsbedingungen – und für das Streikrecht an sich. Sieben Gewerkschaften haben ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufgerufen und den nationalen Protesttag koordiniert. In weiten Teilen des Vereinigten Königreichs droht ein Stillstand. Downing Street warnte vor „erheblichen Störungen“.

Lehrer und Lokführer, Hochschuldozenten und Regierungsmitarbeiter, Busfahrer und Sicherheitskräfte streiken nun gleichzeitig. Die Unzufriedenheit ist in allen Branchen enorm. Für die kommenden Tage sind bereits weitere Ausstände angekündigt, am Montag und Dienstag etwa erneut vom Pflegepersonal des Gesundheitsdiensts NHS. Für weitere Kopfschmerzen der konservativen Regierung von Premierminister Rishi Sunak dürfte sorgen, dass kürzlich auch Feuerwehrleute für Streiks stimmten. Die Streikenden eint in erster Linie die Forderung nach einer inflationsgerechten Anhebung ihrer Löhne. Um gut 10 Prozent sind die Verbraucherpreise zuletzt gestiegen. (London, 07:14)

SIRENENTEST: Heute Mittwoch werden schweizweit die Sirenen getestet. Um 13.30 Uhr heulen die 5000 stationären und 2200 mobilen Sirenen. Informationen zum Sirenentest gibt es dieses Jahr auch auf Ukrainisch.

Es besteht laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) ein erhöhtes Risiko, dass der Sirenentest bei den Schutzsuchenden aus der Ukraine Verunsicherungen und Ängste auslöst. Aus diesem Grund stellte das Bundesamt dieses Jahr den Kantonen Informationen zum Sirenenalarm auf Ukrainisch zur Verfügung, wie das Babs im Vorfeld mitgeteilt hatte. (Bern, 04:30)

AUSTRALIEN: Der Sarg mit dem Leichnam des umstrittenen australischen Kardinals George Pell ist der St. Mary’s Cathedral in Sydney aufgebahrt worden. Der vor drei Wochen in Rom gestorbene Pell war der ranghöchste Geistliche in der Geschichte der katholischen Kirche, der wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde. Im Jahr 2020 wurde er jedoch im Berufungsverfahren nach rund 13 Monaten Haft freigesprochen und aus dem Gefängnis entlassen.

Zahlreiche Menschen brachten an einem Zaun vor der Kathedrale in Sydney bunte Bänder im Gedenken an Missbrauchsopfer an. Der Organisator der Aktion, Paul Auchettl, betonte aber, es handele sich nicht um einen Protest gegen Pell. „Wir wollen nur deutlich machen, dass es noch viel zu tun gibt“, zitierte ihn der Sender ABC. (Sydney, 03:52)

VERMISCHTES

AUSTRALIEN: Erleichterung in Australien: Nach einer fieberhaften Suche haben Experten im Westen des Landes eine vom Laster gefallene radioaktive Kapsel gefunden.

Einsatzteams der Behörde für Strahlenschutz und der Feuerwehr hätten die winzige, aber sehr gefährliche Kapsel südlich der Bergbaustadt Newman im Outback entdeckt, berichtete der Sender ABC am Mittwoch unter Berufung auf die Regierung des Bundesstaates Western Australia.

„Ich möchte betonen, dass dies ein aussergewöhnliches Ergebnis ist“, sagte der Regionalminister für Notdienste, Stephen Dawson. „Die Suchtrupps haben buchstäblich die Nadel im Heuhaufen gefunden.“ (Perth, 09:36)

WISSENSCHAFT

KLIMA: Das Pflanzen von mehr Bäumen in Städten könnte einer Studie im Fachblatt „The Lancet“ zufolge die durch Hitze ausgelösten Todesfälle um rund ein Drittel verringern. Untersucht wurden Hitzetote in 93 Städten in Europa, darunter auch in Zürich, Genf und Basel.

Die Modellrechnungen ergaben, dass dafür die Bepflanzung auf rund 30 Prozent der Fläche in Städten erhöht werden müsste. Dies würde im Schnitt die Temperatur während heisser Sommermonate um 0,4 Grad Celsius sinken lassen. (Paris, 09:07)

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