2 MĂ€rz 2024

Die Nachrichtenlage um 10 Uhr

Die Schlagzeilen:

POLITIK

RUSSLAND: Bei einem neuen russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Schwarzmeer-Stadt Odessa sind nach Angaben von Behörden mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen und acht weitere verletzt worden. Bei dem Angriff am Samstag wurde ein Teil eines neunstöckigen Wohnhauses zerstört – laut Behörden insgesamt 18 Wohnungen. Unter den Verletzten seien auch ein drei Jahre altes Kind und eine schwangere Frau, teilte der Gouverneur des Gebiets Odessa, Oleh Kiper, am Morgen mit. Weitere Menschen könnten sich noch unter den TrĂŒmmern befinden.

Auf Fotos und Videos der Behörden waren schwere Zerstörungen und ein TrĂŒmmerfeld zu sehen. Helfer waren im Einsatz. Auch in der Region Charkiw im Osten der Ukraine starb bei einem Drohnenangriff ein Mensch. PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Die Ukraine brauche eine stĂ€rkere Flugabwehr, „um unsere Menschen effektiv vor dem russischen Terror zu schĂŒtzen“, schrieb er auf der Plattform X (vormals Twitter). „Mehr Luftverteidigungssysteme und mehr Flugabwehrraketen retten Leben.“ (Odessa, 09:03)

ISRAEL: Nach der tödlichen Katastrophe rund um einen Hilfskonvoi wollen die USA die Zivilbevölkerung im umkĂ€mpften Gazastreifen mit HilfsgĂŒtern aus der Luft versorgen. Man werde sich in den kommenden Tagen mit Jordanien und anderen zusammentun und weitere Lebensmittel und HilfsgĂŒter aus der Luft abwerfen, kĂŒndigte US-PrĂ€sident Joe Biden am Freitag (Ortszeit) im Weissen Haus an. Bei der grossen Zahl der Not leidenden Menschen in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet dĂŒrfte die Wirkung laut UN-Organisationen jedoch schnell verpuffen.

Unterdessen stehen die indirekten Verhandlungen Israels mit der Hamas ĂŒber eine befristete Feuerpause und Freilassung von Geiseln aus der Gewalt der Islamisten laut Medienberichten vor neuen Schwierigkeiten. Israel wolle an keiner neuen Runde der von Ägypten, Katar und den USA vermittelten GesprĂ€che teilnehmen, solange die Hamas keine Liste der noch lebenden Geiseln vorlege, berichtete das Nachrichtenportal „Axios“ am Freitagabend. (Gaza/Washington/Beirut, 05:20)

RUSSLAND: Die von Russland angegriffene Ukraine hat mit den Niederlanden ein Sicherheitsabkommen unterzeichnet. „Das Dokument sieht zwei Milliarden Euro an MilitĂ€rhilfe von den Niederlanden in diesem Jahr vor“, verkĂŒndete PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj am Freitag ĂŒber Telegram. Zur Unterzeichnung war der niederlĂ€ndische Regierungschef Mark Rutte in die ostukrainische Grossstadt Charkiw gereist.

Mit dem Vertrag bekommt Kiew von der FĂŒhrung in Den Haag kurzfristig weitere UnterstĂŒtzung bei Flugabwehr, Artillerie, gepanzerten Fahrzeugen und weitreichenden Waffen in Aussicht gestellt. Die Ukraine werde auch kĂŒnftig bei ihrem Streben nach einem Beitritt zur EuropĂ€ischen Union und zur Nato von den Niederlanden unterstĂŒtzt, heisst es. Ähnlich wie andere Abkommen zuvor mit Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien, DĂ€nemark und Kanada wurde der Vertrag auf zehn Jahre geschlossen. (Charkiw, 05:15)

WIRTSCHAFT

ZAHL DER WOCHE: Brotarbeit versus Kinderbetreuung: MĂ€nner leisten in Paarhaushalten mit Kindern weiterhin den grössten Teil der bezahlten Arbeit. Dies zeigt eine neue Studie des BeratungsbĂŒros BSS im Auftrag des Staatssekretariats fĂŒr Wirtschaft (Seco).

Konkret arbeiten Frauen in Paarhaushalten mit Kindern in der Schweiz im Schnitt 17,9 Stunden pro Woche, wĂ€hrend es bei MĂ€nnern 39,8 Stunden sind. VĂ€ter arbeiten also, wenn es um die bezahlte Arbeit geht, mehr als doppelt so viel wie MĂŒtter. (ZĂŒrich, 07:30)

VERMISCHTES

LAWINEN: Das Lawineninstitut hat am Samstag vor einer teilweise grossen Lawinengefahr gewarnt. Es handelt sich dabei um die zweithöchste Gefahrenstufe, die nur an wenigen Tagen im Winter vorausgesagt wird.

Grosse Lawinengefahr herrschte im Simplongebiet, dem sĂŒdlichen Goms, dem Bedrettotal und in den oberen MaggiatĂ€lern, wie der Lawinenwarndienst des WSL-Instituts fĂŒr Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos mitteilte. Betroffen waren West- ĂŒber Nord- bis OsthĂ€nge in Höhen ĂŒber 2200 Metern. (Davos, 08:46)

KULTUR

USA: Grosse runde Brille, bunte Ketten und Armreifen, kurze weisse Haare – so wurde Iris Apfel weltberĂŒhmt. Ihr Konterfei gibt es sogar als Emoji fĂŒrs Handy. „Wenn mein Gesicht die Menschen glĂŒcklich macht, dann bin ich dabei“, hatte die Stil-Ikone bei der Veröffentlichung des Emojis kurz vor ihrem 95. Geburtstag gesagt. Fans auf der ganzen Welt verehrten Apfel fĂŒr ihren aussergewöhnlichen Modestil und ihren scharfzĂŒngigen Humor. Nun ist die US-Amerikanerin im Alter von 102 Jahren gestorben.

Ihre Managerin, Lori Sale, bestĂ€tigte der Deutschen Presse-Agentur den Tod der Fashion-Ikone am Freitag (Ortszeit) in einer Mitteilung. Auch auf Apfels Instagram-Seite wurde der 1. MĂ€rz als Todesdatum genannt. Zahlreiche Follower der Gestorbenen bekundeten ihre Trauer und wĂŒrdigten die Verdienste der Mode-Legende. (New York/Palm Beach, 05:34)

WISSENSCHAFT

GETRÄNKE: US-Schlafforschende haben den Mythos von durch Kaffee ausgelösten Kopfschmerzen entkrĂ€ftet. Bei Probanden mit wenig, mehr oder keinem Kaffeekonsum fanden die Forschenden keine signifikanten Unterschiede.

Nur wenige Studien haben den Zusammenhang zwischen Koffein und MigrĂ€nen untersucht, schrieben die Forschenden rund um Suzanne Bertisch von der Abteilung fĂŒr Schlafmedizin an der Harvard Medical School in Boston und ihre Co-Autoren. Ihre Studie erschien Anfang Februar in der Zeitschrift „Headache“. (Boston, 05:33)

VOGELGRIPPE: Die auf der ganzen Welt grassierende Vogelgrippe hat das antarktische Festland erreicht. Der hochpathogene H5N1-Virus sei in mindestens einer verendeten Raubmöwe nachgewiesen worden, teilte das Zentrum fĂŒr Molekularbiologie des spanischen Forschungsinstituts CSIC mit.

Der Vogel sei nahe der argentinischen Basis Primavera auf der antarktischen Halbinsel entdeckt und dann von Wissenschaftlern auf der spanischen Forschungsstation Gabriel de Castilla untersucht worden. „Diese Entdeckung zeigt zum ersten Mal, dass das hochpathogene Vogelgrippevirus trotz der Entfernung und der natĂŒrlichen Barrieren die Antarktis erreicht hat“, hiess es in einer Mitteilung des Instituts. Auf vorgelagerten Inseln war die Vogelgrippe schon zuvor nachgewiesen worden. (Buenos Aires, 04:47)