25 April 2022

Zug vermiest Z├╝rich die Meisterfeier

Im dritten Playoff-Finalspiel gewinnt endlich auch Zug eine enge Partie. Mit einem 4:1-Sieg im Hallenstadion vereitelt der Titelverteidiger die Meisterfeier der ZSC Lions – f├╝r mindestens zwei Tage.

Das Happy End w├Ąre denn Hockey-G├Âttern dann doch zu kitschig gewesen. Die ZSC Lions holten sich ihren zehnten Meistertitel nicht am Sechsel├Ąuten-Montag im letzten Spiel im Hallenstadion. Die Ausgangslage bleibt nat├╝rlich vorteilhaft, aus maximal noch drei Spielen brauchen die Z├╝rcher noch einen Sieg. Noch nie wurde in einem Playoff-Final ein 0:3 R├╝ckstand aufgeholt, doch die Zuger haben nun Lunte gerochen.

Endlich gewannen die Zentralschweizer einmal das Schlussdrittel. In den ersten drei Spielen hatte die Bilanz katastrophale 0:6 Tore zugunsten der Z├╝rcher hervorgebracht. Acht Minuten vor dem Ende erh├Âhte Dario Simion, der in diesem Final bisher ├Ąusserst erfolglos gek├Ąmpft hatte, nach einem Pass von Jan Kovar auf 3:1. Diesmal gelang den ZSC Lions kein wundersames Comeback mehr, ins leere Tor kassierten sie noch das 1:4.

Gerne wird jeweils die Wichtigkeit des ersten Treffers heraufbeschworen. In der Serie zwischen den beiden besten Teams der Saison gilt jedoch das pure Gegenteil. Wer immer 1:0 in F├╝hrung geht… verliert die Partie. Diesmal also die ZSC Lions.

Es war der omnipr├Ąsente PostFinance-Topskorer Denis Malgin, der in der 5. Minute mit unvergleichbarer Leichtigkeit durch die normalerweise so solide Zuger Abwehr kurvte und Goalie Leonardo Genoni zum 1:0 bezwang. Die mit 11’200 Zuschauern einmal mehr ausverkaufte Halle tobte, jedoch nicht f├╝r lange. Acht Minuten sp├Ąter glich der in diesen Playoffs ebenfalls ├╝berzeugende Drittlinien-St├╝rmer Yannick Zehnder nach einem der weniger Abpraller bei ZSC-Keeper Jakub Kovar aus.

Im Mitteldrittel verlor die Partie etwas an Intensit├Ąt und Qualit├Ąt. Im vierten Spiel innert einer Woche sp├╝ren die Akteure wohl langsam eine gewisse M├╝digkeit, auch wenn beide Coaches bem├╝ht sind, die Eiszeit auf m├Âglichst viele Beine zu verteilen. Die 2:1-F├╝hrung der Zuger, wenn auch nicht unverdient, war denn auch ein Zufallsprodukt. Der schwedische Verteidiger Christian Djoos brachte die Scheibe nach einem energischen Vorstoss aufs Tor, wo sie vom Kopf von Jakub Kovar via Ellbogen von ZSC-Captain Patrick Geering hinter die Linie flog.

Die ZSC Lions wissen also doch noch, wie man verliert. Seit dem 2:3-R├╝ckstand im Viertelfinal gegen Biel hatte das Team von Coach Rikard Gr├Ânborg neun Partien in Folge gewonnen, fast immer mit einem Tor Vorsprung oder in der Verl├Ąngerung. Nun m├╝ssen sie erstmals wieder einen R├╝ckschlag wegstecken.

Goalie Kovar konnte f├╝r einmal keine Wunder vollbringen, und offensiv reichte die Genialit├Ąt von Malgin und Andrighetto diesmal nicht. Am Mittwoch erhalten die Lions die zweite Chance auf den zehnten Meistertitel, dann aber wieder ausw├Ąrts. Gewinnen sie auch da nicht, kommt es am Freitag zum definitiv letzten National-League-Spiel im Hallenstadion. Eine Finalissima w├╝rde dann am 1. Mai in Zug steigen.

(text:sda/bild:sda)