27 April 2022

ZSC Lions verspielen auch den zweiten Meister-Puck

Der Playoff-Final nimmt nochmal an Spannung zu. Nach einem 4:1-Heimsieg liegt der EV Zug gegen die ZSC Lions nur noch mit 2:3 Siegen im R├╝ckstand.

Diese Niederlage d├╝rfte den ZSC Lions so richtig weh tun. Bei der zweiten Chance, sich den zehnten Meistertitel zu sichern, gerieten sie knapp neun Minuten vor Schluss vom Kurs ab – und das in ├ťberzahl. Mit seinem zweiten Treffer des Abends brachte Dario Simion die Zuger 2:1 in F├╝hrung – wie schon beim 1:1 auf Pass des PostFinance-Topskorers Jan Kovar. Das 3:1, mit dem Simion seinen Hattrick perfekt machte, und das 4:1 fielen ins leere Tor.

Es war kein typisches Unterzahl-Tor der Zuger, kein schneller Konter, sondern ein energisches Nachsetzen und eine Nachl├Ąssigkeit in der Z├╝rcher Hintermannschaft. Und vor allem kam das Tor eher aus heiterem Himmel. Wie in den gewonnenen Spielen 1 bis 3 waren die Lions mit mehr Elan ins Schlussdrittel gestartet und standen dem erneuten F├╝hrungstreffer vor allem, aber nicht nur bei einem Pfostenschuss Justin Sigrists nahe (45.).

Das Momentum hat allerdings in der Serie gekehrt. Waren die Zuger beim 4:1-Sieg am Montag relativ klar die bessere Mannschaft, kippte nun ein Match auf Messers Schneide erstmals auf die Seite der Zentralschweizer. Die grosse Marge des ZSC nach der einst klaren 3:0-F├╝hrung ist besdrohlich geschmolzen, im Spiel 6 am Freitag im Hallenstadion stehen sie nun geh├Ârig unter Druck. Kurios: ZUm f├╝nften Mal verlor das Team, das den ersten Treffer schoss.

So richtig Fahrt nahm die Partie erst am Ende des ersten Drittels auf, als ZSC-St├╝rmer Marco Pedretti f├╝r einen eher ungl├╝cklichen als b├Âsartigen Kniestich in die Kabine geschickt wurde. F├╝nf Minuten konnten die Zuger in ├ťberzahl spielen – fast zwei davon sogar mit 5 gegen 3 – ohne das gewohnt sichere Bollwerk Jakub Kovar niederreissen zu k├Ânnen. Die ├╝berstandenen Strafen gaben den Z├╝rchern Auftrieb, ab der 24. Minute waren sie die bessere Mannschaft. Zudem kehrte bei Zug Reto Suri nach dem Rencontre mit Pedretti nicht mehr aus Eis zur├╝ck.

Als die Zuger im Aufbau den Puck verloren, war es kurz nach Spielh├Ąlfte der ├╝berragende Denis Malgin (wer sonst?), der Leonardo Genoni in der nahen Ecke eiskalt erwischte. Es folgte die heikelste Phase f├╝r das Heimteam. Die Lions standen dem 2:0 n├Ąher, zum Beispiel bei einer Riesenchance von Reto Sch├Ąppi (36.). Staddessen waren es die Zuger, die zwei Minuten vor der zweiten Pause zum Ausgleich insgesamt verdienten, zudem Zeitpunkt aber ├╝berraschenden Ausgleich kamen. Dario Simion schloss einen Konter ├╝ber Fabrive Herzog und Jan Kovar ab, die auf Spiel 4 hin neu formierte erste Linie lieferte erneut ab.

Insgesamt best├Ątigte sich das Bild der ersten drei Partien. ├ťber weite Strecken war der Titelverteidiger und Qualifikationssieger aus Zug das leicht feld├╝berlegene Team, die ZSC Lions aber solide und immer gef├Ąhrlich. Nach dem Leistungseinbruch mit dem Meistertitel vor Augen am Montag im Hallenstadion agierten die Z├╝rcher wieder auf Augenh├Âhe. Vor dem gegnerischen Tor beweist aber nur die von Malgin angef├╝hrte Toplinie die n├Âtige Kaltbl├╝tigkeit.

Zug – ZSC Lions 4:1 (0:0, 1:1, 3:0)

7200 Zuschauer (ausverkauft). – SR Hebeisen/Lemelin, Fuchs/Obwegeser. – Tore: 31. Malgin (Diem) 0:1. 38. Simion (Jan Kovar, Herzog) 1:1. 52. Simion (Jan Kovar/Ausschluss Zehnder!) 2:1. 58. (57:46) Simion (Jan Kovar) 3:1 (ins leere Tor). 59. (58:49) Jan Kovar 4:1 (ins leere Tor). – Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Zug, 3mal 2 plus 5 Minuten (Pedretti) plus Spieldauer (Pedretti) gegen ZSC Lions. – PostFinance-Topskorer: Jan Kovar; Malgin.

Zug: Genoni; Schlumpf, Kreis; Djoos, Gross; Hansson, Stadler; Cadonau; Simion, Jan Kovar, Herzog; Klingberg, M├╝ller, Hofmann; Zehnder, Senteler, Suri; Allenspach, Leuenberger, Bachofner; De Nisco.

ZSC Lions: Jakub Kovar; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Weber, Kivist├Â; Trutmann; Denis Hollenstein, Malgin, Andrighetto; Azevedo, Kr├╝ger, Bodenmann; Pedretti, Sigrist, Diem; Chris Baltisberger, Sch├Ąppi, Aeschlimann; Sopa.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Morant (verletzt), Quenneville und Roe (beide ├╝berz├Ąhlige Ausl├Ąnder). ZSC Lions von 57:27 bis 57:46 und 58:06 bis 58:49 ohne Torh├╝ter.

(text:sda/bild:unsplash – symbolbild)