30 Oktober 2022

Zehntausende bei pro-ukrainischer Demonstration in Prag

Nach mehreren Grossdemonstrationen gegen die tschechische Regierung haben sich am Sonntag Zehntausende Menschen “gegen die Angst” auf dem Prager Wenzelsplatz versammelt. W├Ąhrend bei den fr├╝heren Kundgebungen Zehntausende gegen Energiepreissteigerungen und Tschechiens Hilfe f├╝r die von Russland angegriffene Ukraine protestierten, traten die Demonstranten am Sonntag f├╝r weitere Unterst├╝tzung f├╝r den ukrainischen Abwehrkampf ein.

Die Organisatoren wollten nach eigenen Angaben zeigen, dass Tschechien stark genug sei, die aktuelle Krise zu bew├Ąltigen, und daher keine Angst zu haben brauche. In einer Videobotschaft wandte sich auch die ukrainische Pr├Ąsidentengattin Olena Selenska an die Kundgebungsteilnehmer. Die Ehefrau des ukrainischen Pr├Ąsidenten Wolodymyr Selenskyj verurteilte die j├╝ngsten russischen Raketenangriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine. “Lassen wir nicht zu, dass Russland uns und die ganze Welt in Finsternis st├╝rzt!”, rief sie aus. Die Demonstranten f├╝hrten ukrainische, tschechische und EU-Fahnen mit sich.

Tschechien geh├Ârt wie ihre direkt an die Ukraine grenzenden Nachbarl├Ąnder Polen und Slowakei zu den vehementesten politischen und milit├Ąrischen Unterst├╝tzern der Ukraine. Der tschechische Innenminister Vit Rakusan sorgte am Freitag f├╝r russische Emp├Ârung, als er zum tschechischen Nationalfeiertag drei riesige Fahnen ├╝ber einen grossen Teil seines Amtsgeb├Ąudes entrollte und ein Foto davon selbst auf Twitter verbreitete. Zwischen der ukrainischen und der tschechischen Nationalflagge prangte als gr├Âsserer mittlerer Streifen eine Darstellung des russischen Pr├Ąsidenten Wladimir Putin als Toter, der in einen Leichensack geh├╝llt wird.

(text:sda/bild:keystone)