2 September 2026

Zehn Verletzte von Crans-Montana noch in Suva-Rehabilitation

Acht Monate nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana werden von den ursprünglich 42 noch zehn Verletzte in den Rehabilitationskliniken der Suva in Sitten und Bellikon im Aargau behandelt. Experten und Suva-Vertreter zogen am Mittwoch in Sitten eine Zwischenbilanz der Behandlung.

Ziel sei es, den Patientinnen und Patienten ein möglichst selbstständiges Leben zu ermöglichen. Dabei spielten die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen und eine frühe Rehabilitation eine zentrale Rolle, hiess es.

„Die Rehabilitation beginnt nicht erst mit dem Eintritt in die Klinik“, sagte Gianni Roberto Rossi, Direktor der Suva-Rehabilitationskliniken in Sitten und Bellikon vor den Medien. Sie müsse von Anfang an berücksichtigt werden.

Die Kliniken mussten ihre Organisation unmittelbar nach der Katastrophe in Crans-Montana in der Nacht auf den 1. Januar anpassen. In der Regel behandeln die Suva-Kliniken zusammen jährlich zwischen 20 und 30 Patienten. Nach dem Brand konnten laut Rossi alle Betroffenen mit Schweizer Wohnsitz aufgenommen werden.

Im Zusammenhang mit dem Brand in Crans-Montana haben die 42 stationär behandelten Patienten ein Durchschnittsalter von 20,5 Jahren und Verbrennungen an durchschnittlich 51 Prozent ihres Körpers. Die Kliniken rechnen zudem noch mit zwei weiteren Aufnahmen.

Eine erste Welle von Verbrennungsopfern wurde im Januar versorgt, während die zweite erst später, ab dem Frühjahr, folgte. Die meisten hatten Verletzungen im Gesicht und an den Händen.

Die Betreuung der Patienten, die erst später eintrafen, ist wesentlich komplexer, da sie stärker auf Hilfe angewiesen sind, wie Klinik-Direktor Rossi betonte. Er nannte die Wundversorgung, die Unterstützung im Alltag sowie Gruppentherapiesitzungen. In der Rehabilitation kümmern sich rund zehn verschiedene Berufsgruppen um die Patienten.

„Als Ergotherapeuten ist es unsere Hauptaufgabe, den Patienten so viel Selbstständigkeit wie möglich im Alltag zurückzugeben“, sagte Marlène Foli, designierte Leiterin des Fachbereichs in den Suva-Kliniken. Und das komme zur üblichen Arbeit des Pflegepersonals noch hinzu.

Diese spezialisierte Begleitung beginne bereits am ersten Tag, an dem die Patienten eintreffen. Ein Verbrennungspatient, dem Finger amputiert wurden, müsse in der Lage sein, die Klingel zu betätigen und das Pflegeteam zu rufen, betonte die Expertin für schwere Verbrennungen.

Und die hochspezialisierte Rehabilitation sei nicht nur eine Frage der Wundheilung oder der Mobilität, betonte Klinik-Direktor Rossi.

Langfristig bestehe das Ziel darin, den Betroffenen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, ihren Platz in der Familie und in der Gesellschaft wieder einzunehmen und, wann immer dies möglich ist, eine Ausbildung oder berufliche Tätigkeit wieder aufzunehmen.

(text:sda/archivbild:keystone)