15 Februar 2024

Zehn Tote nach israelischem Angriff im Libanon

Die Zahl der Todesopfer nach einem israelischen Angriff auf NabatĂ€a im SĂŒdlibanon ist auf zehn angestiegen. Das örtliche Krankenhaus bestĂ€tigte der Nachrichtenagentur DPA am Donnerstag, dass unter den Toten sieben Zivilisten seien, darunter auch Kinder.

Das israelische MilitÀr erklÀrte, einen hochrangigen Kommandeur der Eliteeinheit der Hisbollah getötet zu haben. Auch sein Stellvertreter und ein weiteres Mitglied der Schiitenmiliz seien demnach bei dem Angriff in der Nacht zu Donnerstag getötet worden.

Der israelische Angriff auf das fĂŒnfstöckige GebĂ€ude in NabatĂ€a erfolgte als Reaktion auf einen Raketeneinschlag in einer MilitĂ€rbasis in Safed im Norden Israels am Mittwoch. Dabei wurde eine 20-jĂ€hrige Soldatin getötet. Das israelische MilitĂ€r leitete daraufhin nach eigenen Angaben eine umfangreiche Angriffswelle auf libanesisches Gebiet ein. Bereits am Mittwoch wurden dabei im Libanon mindestens vier Menschen getötet.

Der Sprecher der UN-Beobachtermission Unifil im Libanon, Andrea Tenenti, zeigte sich besorgt ĂŒber die „VerschĂ€rfung des Konflikts“ im libanesisch-israelischen Grenzgebiet. „Angriffe auf Zivilisten stellen einen Verstoss gegen das Völkerrecht und Kriegsverbrechen dar. Die VerwĂŒstung und der Verlust von Menschenleben (…) sind zutiefst besorgniserregend“, erklĂ€rte er am Donnerstag.

Auch am Donnerstag hat es wieder gegenseitigen Beschuss gegeben. Die Hisbollah reklamierte mehrere Angriffe auf Ziele im Norden Israels fĂŒr sich. Das israelische MilitĂ€r teilte mit, militĂ€rische Ziele der Hisbollah im SĂŒdlibanon angegriffen zu haben.

Israels Generalstabschef Herzi Halevi sagte am Mittwoch, dass sein Land sich auf einen möglichen Krieg im Norden vorbereitet. Er fĂŒgte hinzu: „Dies wird nicht enden, ohne dass die Bewohner des Nordens mit einem sehr hohen Mass an Sicherheit in ihre HĂ€user zurĂŒckkehren können.“

Der Chef des Hisbollah-Exekutivrats, Haschim Safi al-Din, drohte Israel am Mittwoch mit Vergeltung. „Die Aggression, die heute im SĂŒdlibanon stattgefunden hat, kann keineswegs ohne Reaktion bleiben. Es wird auf jeden Fall eine Antwort geben“, erklĂ€rte er.

Seit Beginn des Gaza-Krieges nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober kommt es immer wieder zu Konfrontationen zwischen Israels Armee und militanten Gruppierungen wie der Hisbollah in der israelisch-libanesischen Grenzregion. Die vom Iran unterstĂŒtzte Hisbollah meldete seitdem rund 200 getötete KĂ€mpfer in den eigenen Reihen.

Auf beiden Seiten wurden auch Zivilisten getötet. Zehntausende Anwohner verliessen zudem in beiden LÀndern ihre Heimatorte. Es ist die schwerste Eskalation seit dem zweiten Libanon-Krieg 2006.

(text:sda/symbolbild:unsplash)