9 November 2023

Zahl getöteter Uno-Mitarbeiter im Gazastreifen steigt auf 92

Die Anzahl getöteter Mitarbeitenden der Vereinten Nationen im Gazastreifen ist auf 92 angestiegen. Diese Zahl nannte der Generalkommissar des Uno-PalÀstinenserhilfswerks UNRWA, Philippe Lazzarini, in einem Interview. Er warnte vor dem Kollaps der öffentlichen Ordnung.

Die Vereinten Nationen hÀtten weltweit noch in keinem Konflikt innert einem Monat so viele TodesfÀlle zu verzeichnen gehabt, sagte der Schweizer Diplomat Lazzarini im am Donnerstag publizierten Interview mit Tamedia.

Mehr als 700’000 Menschen seien inzwischen in die Einrichtungen des Hilfswerks geflĂŒchtet, um unter der blauen Uno-Flagge sicher zu sein. „UnglĂŒcklicherweise sind auch schon mehr als 50 unserer Einrichtungen getroffen worden“, sagte er. Dutzende Menschen seien dabei getötet worden, Hunderte verletzt.

Viele Menschen seien aus dem Norden in den SĂŒden gegangen. „Doch der SĂŒden hat sich auch nicht als sicherer erwiesen“, sagte Lazzarini. Ein Drittel der Mitarbeitenden des Hilfswerks sei im SĂŒden gestorben. „Wir hören inzwischen auch, dass die Menschen spĂ€ter noch weiter dazu gedrĂ€ngt werden könnten, von den urbanen Zentren im SĂŒden in den SĂŒdwesten zu gehen“, sagte er. Ohne stĂ€dtische Umgebung werde die Versorgung noch schwieriger.

Lazzarini wiederholte die Forderung, dass mehr HilfsgĂŒter in den Gazastreifen gelangen sollten. „Nötig ist eine konstante Zufuhr von humanitĂ€rer Hilfe“, sagte er. Wenn sich nicht schnell etwas grundlegend Ă€ndere, drohe die öffentliche Ordnung zusammenzubrechen. Wenn das UNRWA in den nĂ€chsten Tagen etwa kein Benzin bekommt, werden laut Lazzarini SchlĂŒsseleinrichtungen nicht mehr funktionieren.

(text:sda/bild:keystone)