25 Mai 2022

Zahl der Toten nach Polizei-Einsatz in Rio steigt auf 24

Nach dem Polizei-Einsatz in einem Armenviertel der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro hat sich die Zahl der Opfer weiter erhöht. Von mindestens 24 Toten berichtete das brasilianische Nachrichtenportal „G1“ am Mittwoch, nachdem zwei VerdĂ€chtige im Krankenhaus am Morgen gestorben seien. 15 der Toten waren der Polizei zufolge Kriminelle. Zudem wurde demnach eine Bewohnerin von Vila Cruzeiro versehentlich von einer Kugel getroffen und starb. Die anderen Toten waren noch nicht identifiziert. Mindestens fĂŒnf Menschen waren verletzt worden.

Augenzeugen zufolge war es in dem Armenviertel im Norden Rios von den frĂŒhen Morgenstunden an zu heftigen Schusswechseln gekommen. Die Polizei wollte laut dem Bericht die Chefs des Verbrechersyndikats Comando Vermelho (Rotes Kommando) festnehmen, die sich dort versteckt haben sollen. 13 Gewehre, 4 Pistolen, 12 Handgranaten und eine grosse Menge Drogen seien sichergestellt worden. „Diese schlechten Leute wollen die Zukunft der Menschen in Rio de Janeiro zerstören. Wir werden keine Anarchie in unserem Staat zulassen“, schrieb Rios Gouverneur ClĂĄudio Castro auf Twitter.

Vor etwa einem Jahr hatten Polizisten beim blutigsten Einsatz in Rios Geschichte in der Favela Jacarezinho mindestens 28 mutmassliche Mitglieder von Drogenbanden getötet. MÀchtige Banden ringen in den Armenvierteln um Kontrolle bei Drogenhandel und SchutzgeldgeschÀften.

Die Polizei beschuldigte den Obersten Gerichtshof am Dienstag dafĂŒr, dass mehr Kriminelle nach Rio gekommen seien. „Wir haben diese Bewegung vom Zeitpunkt der Entscheidung des STF (,die Polizei-EinsĂ€tze in Favelas wĂ€hrend der Corona-Pandemie einzuschrĂ€nken,) an festgestellt“, zitierte die „Folha de S. Paulo“ Coronel Luiz Henrique Marinho.

In keinem anderen Land der Welt kommen so viele Menschen bei PolizeieinsĂ€tzen ums Leben wie in Brasilien. 2021 töteten SicherheitskrĂ€fte in dem sĂŒdamerikanischen Land mehr als 6000 Menschen, wie aus einem Gewaltmonitor hervorgeht, der vom Nachrichtenportal „G1“, dem Brasilianischen Forum fĂŒr öffentliche Sicherheit und der UniversitĂ€t von SĂŁo Paulo betrieben wird.

(text:sda/bild:unsplash)