14 September 2021

YBs „Spiel der Saison“ schon im September

YB und Manchester United sind noch punktgleich. F├╝r den Schweizer Meister k├Ânnte die zweite Champions League der Vereinsgeschichte nicht sch├Âner beginnen: YB – Manchester United im vollen Wankdorf.

Die YB-Trainer Gerardo Seoane und David Wagner verbindet etwas. Beide – Seoane 2018 – starten drei Monate nach ihrem Amtsantritt mit einem Heimspiel gegen Manchester United in die Champions League. Unter keinem anderen Trainer als unter diesen beiden brachte es YB in die K├Ânigsklasse. Gefragt, ob es f├╝r ihn nicht verr├╝ckt sei, zw├Âlf Wochen nach seinem Start in Bern vor dem ersten pers├Ânlichen Champions-League-Spiel zu stehen, und erst noch gegen einen solchen Gegner, sagte Wagner: „Verr├╝ckt ist es nicht, w├╝rde ich sagen. Aber es ist ganz sicher sch├Ân, auch f├╝r mich. Wir wollten hierhin kommen und haben alles daf├╝r getan.“

Die einzige weniger gute Nachricht am Tag vor dem Schweizer Fussball-Highlight im l├Ąngst ausverkauften Wankdorf betrifft C├ędric Zesiger, den designierten Gegenspieler von Cristiano Ronaldo. Der baumlange Seel├Ąnder h├Ątte nach seinen durchwegs ├╝berzeugenden Leistungen der j├╝ngsten Zeit der Turm in der Schlacht werden sollen. Aber die Prellungen, die sich der Junginternationale im Match gegen Z├╝rich zugezogen hatte, hielten ihn am Montag vom regul├Ąren Training fern. So d├╝rfte Ali Camara, YBs zweiter Turm in der Defensive, mit Sandro Lauper die Innenverteidigung bilden.

Dass Manchester United am Dienstag (Spielbeginn 18.45 Uhr) der turmhohe Favorit sein wird, ist allen klar. Nimmt man die Zahlen im einschl├Ągigen Portal „Transfermarkt“ f├╝r bare M├╝nze, w├Ąren die Young Boys vielleicht besser beraten, nicht zu spielen und die Kr├Ąfte f├╝r die Meisterschaft zu schonen. Gem├Ąss „Transfermarkt“ ist die Nummer 25 in der Hierarchie der Red Devils besser als die Nummer 1 der am Dienstag zur Verf├╝gung stehenden Berner. Mit Namen ausgef├╝llt: Der alternde Edinson Cavani ist 6 Millionen Euro Wert, Nicolas Moumi Ngamaleu 4,5 Millionen. Und der franz├Âsische St├╝rmer Anthony Martial, der sehr oft auf der Ersatzbank sitzt, ist zehnmal wertvoller als Moumi Ngamaleu; Paul Pogba zwanzig Mal wertvoller als Michel Aebischer.

Dennoch tun die Berner gut daran zu spielen und das Beste herauszuholen, vielleicht ein Unentschieden, das mit rund einer Million Franken verg├╝tet w├╝rde und das der Super League Punkte im UEFA-Ranking einbr├Ąchte. Denn die Transferwerte sind nicht viel mehr als eine Spielerei. Sie sagen nicht viel ├╝ber das wirkliche K├Ânnen der Spieler aus. Kein Schweizer Spieler kann einen hohen Transferwert bekommen, solange er in der Schweiz spielt. Die Werte sind an den Wert der jeweiligen Liga gekoppelt. Der Wert der Premier League ist am h├Âchsten.

Michel Aebischer und Sandro Lauper geh├Ârten 2018 zu den YB-Spielern, die bei der in der Nachspielzeit eingefangenen 0:1-Niederlage in Manchester wie auch beim unvergesslichen 2:1-Heimsieg gegen Cristiano Ronaldos Juventus Turin je ├╝ber 90 Minuten spielten. Muss ein gew├Âhnlich Sterblicher wie Aebischer oder Lauper nicht aufpassen, dass er die Stars im Match nicht bewundert oder – in die andere Richtung – sich vor ihnen f├╝rchtet? Lauper sagt es so: „Ich werde vor dem Spiel wohl nerv├Âser sein als sonst. Ich werde die Stimmung geniessen, wenn ich ins Stadion komme, auch noch die Hymne. Aber von da weg ist es ein Spiel, in dem wir alles geben.“ Aebischer erg├Ąnzt: „Wir werden versuchen, dem Gegner weh zu tun. Nat├╝rlich mit fairen Mitteln.“

(text:sda/bild:sda)