29 September 2021

YB verliert die Abwehrschlacht

Die Young Boys verlieren den zweiten Match in der Champions-League-Gruppenphase. Die Berner unterliegen nach einem lange gut gefĂŒhrten, aber letztlich erfolglosen Abwehrkampf mit 0:1.

Es konnte nicht ĂŒber die gesamte Spielzeit gut gehen. Nach der Pause wurde der Druck von Atalanta immer grösser. Die Young Boys konnten sich kaum mehr aus der Umklammerung lösen und verloren den Ball beim Versuch, selber aktiv zu werden, immer nĂ€her am eigenen Strafraum. In der 68. Minute sorgte schliesslich ein gelungenes Dribbling von Duvan Zapata gegen Sandro Lauper fĂŒr die Vorarbeit zum Siegtreffer von Matteo Pessina.

Nichts lief fĂŒr die Young Boys so wie gegen Manchester United vor zwei Wochen: Spielen und agieren konnten sie so gut wie gar nicht. Sie waren bis zum Gegentreffer ununterbrochen damit beschĂ€ftigt zu verteidigen, RĂ€ume zuzulaufen, dem Ball hinterherzurennen. Zeit, um einen Angriff zu lancieren, hatten sie nicht, weil Atalanta sofort nach einem Ballverlust Druck ausĂŒbte.

Eine Halbzeit lang kamen die Berner mit der Spielweise der Bergamasken bemerkenswert gut zurecht. Sie verteidigten geschickt, hatten immer einen Spieler, der noch dazwischen gehen konnte, wenn sich Atalanta mal einen kleinen Vorteil im Angriffsspiel verschafft hatte. So gab es vor der Pause aus dem Spiel heraus kaum brenzlige Situationen zu ĂŒberstehen fĂŒr den Schweizer Meister. Ein Eigentor von Sandro Lauper nach 17 Minuten wurde wegen eines vorangegangenen Abseits vom VAR annulliert.

Die schon vor der Pause wenigen Befreiungsaktionen der Berner, wurden in der zweiten Halbzeit noch rarer. Zu selten konnten sie einen Angriff sauber lancieren. Wenn mal einige PĂ€sse in Folge gelangen, war das in einer fĂŒr Atalanta ungefĂ€hrlichen Zone. Offensiv brachte YB fast nichts zustande. Nach dem 0:1 war ein Schuss von Christopher Martins, der ĂŒbers Tor flog, die gefĂ€hrlichste Berner Aktion.

Martins stand auch am Ursprung der einzigen wirklichen Torchance: Der Luxemburger eroberte sich in der 28. Minute den Ball und lancierte Meschack Elia mit einem perfekten Pass in die Tiefe. Der wirblige StĂŒrmer schoss aus guter Position am Tor vorbei. Ein Treffer zu diesem Zeitpunkt hĂ€tte womöglich zu einem anderen Szenario gefĂŒhrt.

Die knapp 10’000 Zuschauer im wegen der Corona-Massnahmen nur zur HĂ€lfte gefĂŒllten Stadion waren im Verlauf der ersten Halbzeit zwischenzeitlich sehr ruhig geworden, weil die Angriffe ihrer Mannschaft nicht die gewĂŒnschte Wirkung erzielten. Doch Atalanta liess nie nach, setzte YB permanent unter Druck, bis der Treffer fiel.

Das Resultat hĂ€tte dann auch deutlicher ausfallen können. Von Ballmoos war der stĂ€rkste Berner. Der Captain parierte schon nach fĂŒnf Minuten einen Abschluss von Zapata und war nach der Pause mehrmals entscheidend zur Stelle. Vorne war Elia, der als Ersatz fĂŒr den verletzten Christian Fassnacht auf der rechten Flanke spielte, der Einzige, der mit seinem Tempo die Atalanta-Verteidigung wiederholt in BedrĂ€ngnis brachte.

Das Fazit vom zweiten Auftritt der Berner in der Champions League fÀllt weniger begeisternd aus als jenes vom ersten. Aber was YB auch in Bergamo bewiesen hat: Die Mannschaft von David Wagner ist nur schwer zu schlagen, selbst dann, wenn in der Offensive fast nichts gelingt.

Auf den ersten AuswĂ€rtssieg in der Champions League – 2018/2019 verloren die Berner bei Juventus Turin, Valencia und Manchester United – muss YB auch nach dem vierten Versuch warten. Den nĂ€chsten internationalen Auftritt hat es in knapp drei Wochen wieder daheim gegen den Europa-League-Sieger Villarreal.

(text:sda/bild:sda)