17 September 2026

Yakin bietet Neulinge Boteli und Britschgi auf

Am Verbandssitz in Muri präsentiert Murat Yakin sein Aufgebot für die Nations-League-Spiele im September und Oktober. Der 52-jährige Trainer beruft zwei Neulinge ins Nationalteam, unter ihnen Sturmjuwel Winsley Boteli.

Mit Spannung war das erste Aufgebot nach der WM in Kanada, Mexiko und den USA erwartet worden. Schliesslich hatte Yakin angekündigt, im Herbst neue Kräfte ins Team integrieren zu wollen. Hinzu kamen die Rücktritte von Silvan Widmer, Christian Fassnacht und Noah Okafor aus dem Nationalteam, durch die Plätze frei geworden waren.

Vor allem Rechtsverteidiger Widmer war in den letzten Jahren ein fester Bestandteil des Schweizer Nationalteams, auch wenn er an der WM nicht mehr die ganz grosse Rolle spielte. Für seine Position hat Yakin nun gleich zwei frische Kräfte aufgeboten. Zum einen den von der AC Milan an Olympique Lyon ausgeliehenen Zachary Athekame, zum anderen den Parma-Legionär Sascha Britschgi. Während der 21-jährige Athekame schon kurzzeitig beim A-Nationalteam dabei war, aber ohne Einsatz blieb, ist es für den vor drei Wochen 20-jährig gewordenen Britschgi das erste Aufgebot.

Ein anderer Neuling ist wie erwartet Winsley Boteli. Der 20-jährige Stürmer des FC Sion hatte sich mit seinem starken Saisonstart in die Schlagzeilen gespielt. So wurde auch der Fussballverband der DR Kongo auf den Genfer aufmerksam. Boteli bekannte sich jedoch bereits im Vorfeld zum Land, in dem er geboren wurde und für dessen Nachwuchs-Nationalteams er seit der U15 auflief.

Auch die Rückkehr von Alvyn Sanches in den Kreis des Nationalteams überrascht nicht. Der 23-jährige Offensivspieler der Berner Young Boys galt bereits als Kandidat für das WM-Kader, Yakin setzte im Sommer jedoch auf mehr Erfahrung. Nun dürfte Sanches, der bisher in drei Testspielen zum Einsatz gekommen ist, auch zu seinem Pflichtspieldebüt für die Schweiz kommen.

Insgesamt bot Yakin 25 Spieler auf. Überraschungen gab es dabei keine. Der im ersten Match gesperrte Breel Embolo wird noch eine Partie mit Atlanta bestreiten und erst auf das zweite Spiel in Schottland zum Team stossen.

Etwas überraschend bereits wieder dabei ist nach seiner Knieverletzung Johan Manzambi. Nach zwei Teileinsätzen gab sein neuer Verein Aston Villa sein Einverständnis für die Reise zum Nationalteam. Ob es bereits für einen Einsatz in der Startelf reicht, werde sich zeigen, so Yakin. Verletzungsbedingt fehlt aber Ruben Vargas.

Der Nationalcoach ging auch auf zwei „verlorene“ Spieler ein. Zu Noah Okafor, der vergangene Woche seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft gab und dabei Yakin gebrochene Versprechen vorwarf, wollte dieser nicht mehr allzu viel sagen.

Den ehemaligen Schweizer U21-Captain Alessandro Romano, der sich für Italien entschied, hatte Yakin auf Sardinien besucht und „ein positives und ehrliches Gespräch“ geführt. „Wir haben getan, was wir konnten, aber er hat seinen Lebensmittelpunkt nun schon seit vier Jahren in Italien.“ Das habe sicher eine Rolle gespielt.

Dem Schweizer Nationalteam steht ein Monsterprogramm bevor. Ab kommendem Montag bereitet sich die Mannschaft in Belek in der Türkei auf die ersten vier Spiele der Nations League vor. Die in die Liga B abgestiegenen Schweizer spielen vom 26. September bis zum 6. Oktober zunächst auswärts gegen Nordmazedonien und Schottland, danach in Luzern gegen Slowenien und wiederum gegen Nordmazedonien.

Die vier Spiele in zwölf Tagen schaffen gute Chancen, dass alle Spieler zum Einsatz kommen und damit zum Beispiel Sanches, Athekame oder Boteli fest an die Schweiz zu binden. Es müssten sich aber alle auch im Training aufdrängen, betont Yakin. „Wir wollen die jungen Spieler sehen, aber vor allem wollen wir unsere Gruppe gewinnen.“ Das ist einerseits wichtig für die Setzung in der EM-Qualifikation, anderseits kann man sich mit dem Sieg in der Liga B auch einen Playoff-Platz sichern, falls man die EM-Qualifikation dann nicht direkt schafft.

Das Schweizer Aufgebot für die Nations-League-Spiele in Nordmazedonien (am 26. September in Skopje), in Schottland (29. September in Glasgow), gegen Slowenien (3. Oktober) und Nordmazedonien (6. Oktober, beide in Luzern).

Tor: Marvin Keller (Young Boys), Gregor Kobel (Borussia Dortmund), Yvon Mvogo (Lorient).

Verteidigung: Manuel Akanji (Inter Mailand), Aurèle Amenda (Coventry), Zachary Athekame (Lyon), Adrian Bajrami (Braga), Sascha Britschgi (Parma), Eray Cömert (Torino), Nico Elvedi (Leeds), Ricardo Rodriguez (Torino).

Mittelfeld und Sturm: Michel Aebischer (Union Berlin), Zeki Amdouni (Burnley), Winsley Boteli (Sion), Breel Embolo (Atlanta United), Remo Freuler (Olympiakos Piräus), Cedric Itten (Werder Bremen), Ardon Jashari (Milan), Johan Manzambi (Aston Villa), Dan Ndoye (Nottingham Forest), Fabian Rieder (Augsburg), Alvyn Sanches (Young Boys), Djibril Sow (Genoa), Granit Xhaka (Sunderland), Denis Zakaria (Monaco).

(text:sda/bild:keystone)