27 Dezember 2023

WWF zieht durchwachsene Bilanz – Hoffnung f├╝r Schweizer Laubfrosch

Mit Blick auf den Artenschutz hat die Umweltstiftung WWF eine durchwachsene Bilanz des zu Ende gehenden Jahres gezogen. Die Umweltstiftung listet negative und positive Entwicklungen auf.

Hierzulande z├Ąhlten laut WWF der Laubfrosch und der Rothirsch zu den Gewinnern. Der 2005 noch zu verschwinden drohende Laubfrosch gelte heute „nur noch“ als gef├Ąhrdet. Vom 1850 in der Schweiz ausgerotteten Rothirsch gibt es heute wieder rund 40’000. Durch die Wiedereinf├╝hrung des Wolfs h├Ątten diese auch einen nat├╝rlichen Feind, der den Bestand – und damit die Gesundheit der W├Ąlder – reguliere. Die geplanten Wolfsabsch├╝sse gef├Ąhrdeten dies nun wieder, so die Umweltstiftung.

Zu den Verlieren geh├Ârten hierzulande der Roi du Doubs, wie WWF mitteilte. „Der rund 20 Zentimeter lange Fisch ist eine Rarit├Ąt“, hiess es in der Mitteilung. „Bei der diesj├Ąhrigen Bestands├╝berpr├╝fung wurde in der Schweiz nur noch ein Weibchen gefunden.“ Dieses befinde sich nun in einem Aquarium in Lausanne. Akut bedroht sei auch die Schlingnatter. Von den insgesamt 16 Reptilienarten in der Schweiz st├╝nden mehr als 80 Prozent auf der roten Liste.

Weltweit z├Ąhlten unter anderem L├Âwen in Afrika, Humboldt-Pinguine, Flussdelfine im Amazonas und Amphibien zu den Verlieren, so WWF. Unter den Amphibien seien die Salamander die am st├Ąrksten bedrohte Gruppe. Den Pinguinen habe in Chile insbesondere die grassierende Vogelgrippe zugesetzt, den Delfinen wahrscheinlich zeitweise herrschende Wassertemperaturen von ├╝ber 39 Grad: „Zehn Prozent der Flussdelfin-Population im Lago Tef├ę starben in nur einer Woche“, hiess es. Das Problem dort: eine Jahrhundertd├╝rre.

Diese Verlierer-Arten stehen laut WWF stellvertretend f├╝r Tausende weitere bedrohte Arten. Die Internationale Rote Liste weise mittlerweile mehr als 44’000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten als bedroht aus.

Als Gewinner nennt der WWF in seiner Bilanz unter anderem Indiens Tiger, Afrikas Nash├Ârner und Wisente im Kaukasus. Breitmaulnash├Ârner waren vor einem Jahr noch als Verlierer gelistet, doch nun ist von einem erstmaligen Anstieg der Zahl dieser Tiere nach zehn Jahren R├╝ckgang die Rede. Auch bei Tigern sei die Zahl in einigen asiatischen L├Ąndern „erfreulich nach oben gegangen“, hiess es. In Indien seien es mit mehr als 3600 Exemplaren besonders viele.

Die Hauptursachen f├╝r die sinkenden Zahlen bei vielen Arten sind laut der Stiftung die Zerst├Ârung von Lebensr├Ąumen, Wilderei, ├ťbernutzung, invasive Arten, Umweltverschmutzung und die Klimakrise. „Die zentralen Faktoren, die das aktuelle Artensterben befeuern, sind menschengemacht, sei es durch Lebensraumverlust, Klimaerhitzung, ├ťberfischung oder Wilderei. Wir Menschen sind T├Ąter und Opfer“, wird Ren├ę Kaspar, Artenschutzverantwortlicher International beim WWF Schweiz zitiert.

(text:sda/bild:keystone)