«Win-Win-Win-Situation» für Wild, Wald und Jagende
Der Ökologische Jagdverein Schweiz begrüsst die geplante Einführung der Intervalljagd im Kanton Bern. Der Widerstand zahlreicher Jagdvereine dagegen ist aus deren Sicht unangemessen. Die Intervalljagd sei eine zeitgemässe, effiziente und naturnahe Praxis, die sich andernorts bereits bewährt.
Der Ökologische Jagdverein Schweiz (oejv.ch) kann die Widerstände gegen die geplante Einführung der Intervalljagd im Kanton Bern nicht nachvollziehen, sondern erkennt darin viel Potential für die Zukunft. «Die Argumente, die gegen die Intervalljagd aufgeführt werden – etwa, dass sie schwieriger mit dem Berufsleben zu vereinbaren sei oder mehr Autofahrten durch die Jagenden generiere – scheinen weit hergeholt und bemüht», schreibt der Verein in seiner Mitteilung.
Eine Intervalljagd mit kurzen, aber intensiven Jagdzeiten und längeren Pausen dazwischen orientiert sich viel stärker an natürlichen Abläufen als das heutige System. Denn auch Beutegreifer wie Wolf und Luchs sind Intervalljäger: Wenn sie in einem Gebiet Beute gemacht haben, wechseln sie das Gebiet für die nächste Jagd grossräumig. Das Wild kommt wieder zur Ruhe – und wird bis zum nächsten «Jagdbesuch» wieder unvorsichtiger und damit leichter zu erbeuten.
«Dauerbejagtes Wild ist hingegen eine vorsichtigere und schwierigere Beute. Die Jägerschaft kann dieses Dilemma ähnlich lösen wie Wolf und Luchs – durch die Intervalljagd», schreibt der Verein. Diese sei auch für das Wild und den Wald die schonendere Variante: Das Wild kann zur Ruhe kommen, der Austritt aus dem Wald wird gefördert, die Verbissbelastung sinkt und die Effizienz der Bejagung steigt. Letztlich sei das eine «Win-Win-Win-Situation» für Wild, Wald und Jagende.
(text:pd/bild: sebastian pociecha, unsplash)