28 November 2021

Wilderswiler Stimmbevölkerung nimmt beide Vorlagen an

Der SouverĂ€n von Wilderswil stimmt heute Sonntag ĂŒber zwei ZonenplanĂ€nderungen ab. In der ersten ging es um die Anpassung der Naturgefahren in der baurechtlichen
Grundordnung. Bei der Zweiten handelte es sich um eine Teilumzonung der Zone fĂŒr öffentliche Nutzung E „ForstbetriebsgebĂ€ude“ in die Arbeitszone A. Beide Vorlagen wurden angenommen.

Die erste Vorlage wurde mit 85.51% Ja-Stimmen deutlich angenommen.
Das Hochwasserereignis im August 2005 hat sehr deutlich das grosse Gefahrenpotenzial aufgezeigt, welches in unserer Region vorhanden ist. Vom 20. bis 23. August 2005 verursachten lang andauernde NiederschlĂ€ge ĂŒber dem gesamten Einzugsgebiet der LĂŒtschine Überschwemmungen in den LĂŒtschinentĂ€lern, entlang der LĂŒtschine und auf dem gesamten Bödeli bis nach Interlaken. Im Raum Bödeli verursachte das Hochwasserereignis SchĂ€den an GebĂ€uden, Infrastruktur und Kulturland im Umfang von rund 160 Millionen Franken. Auch bei den spĂ€teren Hochwasserereignissen in den Jahren 2007 und 2011 wurde der Handlungsbedarf erneut aufgezeigt. Mit dem Beschluss und der Genehmigung des Zonenplans „Naturgefahren“ wird der bisher rechtsgĂŒltige Zonenplan „Gefahrenhinweise auf Naturgefahren“ aus dem Jahre 2008 aufgehoben. Durch die Aktualisierung der Naturgefahrenkarte bzw. des Zonenplans „Naturgefahren“ in der baurechtlichen Grundordnung verbessert sich fĂŒr viele GrundeigentĂŒmer:innen, welche ein von Naturgefahren betroffenes GrundstĂŒck besitzen, die Situation bei Bauvorhaben. FĂŒr die unĂŒberbauten und von einer mittleren oder erheblichen GefĂ€hrdung betroffenen Parzellen wurde eine InteressenabwĂ€gung vorgenommen. Diese hat ergeben, dass im Zuge des Planerlassverfahrens keine von neuen Naturgefahren betroffenen Bauzonen ausgezont werden mĂŒssen.

Die zweite Vorlage wurde ebenfalls deutlich mit 83.25% Ja-Stimmen angenommen.
Das ForstbetriebsgebĂ€ude wird als Folge des neu gegrĂŒndeten Gemeindeverbands „Forst LĂŒtschinentĂ€ler“ (www.forstluetschinentaeler.ch) in seiner ursprĂŒnglichen Nutzungsart nicht mehr benötigt. Das GebĂ€ude liegt gemĂ€ss rechtskrĂ€ftigem Zonenplan Dorfgebiet Wilderswil vom 17. Februar 2009 in der Zone fĂŒr öffentliche Nutzung E „ForstbetriebsgebĂ€ude“. Zweck der ZöN E ist die Nutzung fĂŒr den Forstbetrieb und öffentliche Werke und Dienste, wobei bestehende Bauten und Anlagen umgebaut und erweitert werden dĂŒrfen. FĂŒr Neu und Erweiterungsbauten gelten, mit Ausnahme des Ausschlusses der touristischen Nutzung, die baupolizeilichen Masse der Arbeitszone A. Die Entwicklung hat gestalterisch als Einheit zu erfolgen. Mit diesen Zonenbestimmungen ist die Nutzung des bestehenden GebĂ€udes klar auf öffentliche Nutzungen eingeschrĂ€nkt. Mit der Umzonung kann das bereits bestehende GebĂ€ude sinnvoll weitergenutzt werden. Durch die Umzonung entstehen fĂŒr die Gemeinde keine zusĂ€tzlichen Kosten. Aufgrund des durch die Planungsmassnahme generierten Mehrwerts hat die GrundeigentĂŒmerin eine Mehrwertabgabe zu leisten. Die Höhe der Mehrwertabgabe wird nach Genehmigung der Planung mit einer VerfĂŒgung definitiv festgelegt.

(text:pd&ch/bild:beo)