24 September 2021

Bern: Wieder Wasserwerfer an unbewilligter Corona-Demo

Die Berner Polizei ist am Donnerstagabend erneut mit Gummischrot und Wasserwerfern gegen Teilnehmer einer unbewilligten Corona-Demo vorgegangen. Etwa 800 Massnahmenkritiker hatten sich an der Kundgebung beteiligt.

Insgesamt 13 Personen seien fĂŒr weitere AbklĂ€rungen auf den Polizeiposten gebracht worden, teilte die Kantonspolizei Bern am frĂŒhen Freitagmorgen mit. Davon seien sieben Personen der Polizei bereits bei Ă€hnlichen Kundgebungen aufgefallen. Die Polizei fĂŒhrte zahlreiche Personenkontrollen durch. Es kam zu rund 60 Wegweisungen.

Die betroffenen Personen mĂŒssen teilweise mit Anzeigen unter anderem wegen Landfriedensbruch, Gewalt und Drohung gegen Beamte rechnen. Die Polizei stellte Vermummungsmaterial sowie GegenstĂ€nde wie Messer und Schraubenzieher sicher.

Verletzte habe es weder bei der Polizei noch unter den Demonstranten gegeben. Jedenfalls lÀgen der Polizei keine entsprechenden Informationen vor. Die SanitÀtspolizei sei dagegen zum Einsatz gekommen, da eine Person ein medizinisches Problem gehabt habe.

Die Polizei hatte zunĂ€chst einen Umzug vom Bahnhof in die Altstadt und zurĂŒck toleriert. Im Rummel des Abendverkaufs zogen die Massnahmengegner durch die Gassen und skandierten “LibertĂ©” (auf Deutsch: Freiheit). Viele trugen Blumen als Zeichen des friedlichen Widerstands auf sich.

Laut Angaben der OrdnungskrĂ€fte wurden aber zum Teil auch Pyrotechnika gezĂŒndet und GegenstĂ€nde gegen EinsatzkrĂ€fte geworfen. Daraufhin feuerte die Polizei Gummigeschosse ab.

Gleich zu mehreren EinsĂ€tzen mit Wasserwerfern und Gummischrot kam es nach 21.00 Uhr, als sich die Demonstrierenden Richtung Bundeshaus bewegen wollten, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Laut Polizei versuchten mehrere Personen, vor dem Bundeshaus eine Sperre zu durchbrechen. Diese wurden zurĂŒckgedrĂ€ngt. Kurzzeitig spielten sich in der Gegend rund um den Bahnhof chaotische Szenen ab.

Den Bundesplatz hatte die Polizei schon am frĂŒhen Abend mit Gittern abgeriegelt und Polizisten in Kampfmontur postiert. Vor dem Bundeshaus hatte es am Donnerstag vergangener Woche Ausschreitungen gegeben, gegen welche die Polizei ebenfalls mit Wasserwerfern, Reizmittel und Gummischrot vorgegangen war.

Schon damals lag keine Bewilligung fĂŒr die Kundgebung vor. Die Berner Stadtregierung hatte daraufhin angekĂŒndigt, sie wolle keine unbewilligten Demonstration mehr tolerieren. Die andauernden Kundgebungen seien eine grosse Belastung fĂŒr die Stadt, hatte Sicherheitsdirektor Reto Nause (Mitte) erklĂ€rt.

In der Luzerner Stadt Willisau verhinderte die Polizei am Donnerstagabend eine unbewilligte Demonstration gegen die Corona-Schutzmassnahmen. Die Polizei kontrollierte rund 60 Menschen und wies diese weg.

Die Polizei hielt laut Mitteilung beim Eingang zur Altstadt eine “kleine Gruppe” von sogenannten “Freiheitstrychlern” auf. Auch diese wurde weggewiesen. Die OrdnungshĂŒter wollten in den nĂ€chsten Tagen prĂŒfen, ob sie zusĂ€tzliche Personen anzeigen.

(text:sda/bild:sda)