22 Oktober 2026

Wieder eine unglückliche Europa-Niederlage – 0:1 gegen Split

Der FC Thun wollte eine Woche nach der unglücklichen Niederlage in Enschede gegen Twente zu Hause unbedingt punkten. Gegen den kroatischen Leader Hajduk Split war aber schon im Vorhinein klar, dass es eine Topleistung brauchen würde. Die Kroaten gingen als klarer Favorit in die Partie.

Was sich ebenfalls schnell abzeichnete: Obwohl das Spiel im Stadion in Thun stattfand, spielten die Oberländer fan- und stimmungstechnisch ein Auswärtsspiel. Die Rede war von bis zu 6’000 kroatischen Fans, die Hajduk Split vor Ort lautstark unterstützten und den Thuner Anhängern von Beginn weg den Schneid abkauften.

Auf dem Feld war das Ganze vor allem in den ersten zehn Minuten deutlich weniger eindeutig. Thun vermochte die Startphase ausgeglichen zu gestalten. Genau nach zehn Minuten lancierten die Kroaten den ersten nennenswerten Angriff über die linke Seite. Vor dem Thuner Tor räumte aber der zurückgekehrte Captain Marco Bürki abgeklärt auf.

Diese Chance schien Hajduk Split allerdings zu beflügeln. Von da an wurden die Kroaten stärker und drängten den FC Thun immer öfter in die eigene Defensive. In der 17. Spielminute konnte Stürmer Dali von einem Fehler in der Abwehrreihe der Oberländer profitieren. Während sein erster Abschluss noch geblockt wurde, war beim Nachschuss nichts mehr zu machen. 0:1.

Der FC Thun steckte aber überhaupt nicht auf und spielte munter mit. Ein Beispiel aus der 24. Spielminute: Nach einem perfekt getimten langen Ball auf Labeau hatten die Oberländer mit einer Doppelchance sehr gute Möglichkeiten, den Rückstand bereits wieder auszugleichen. Nur wollte dies nicht gelingen. Sowohl Labeau als auch Dursun scheiterten.

Erstaunlich war, dass sich Hajduk Split bereits ab dem Führungstreffer grosszügig dem Zeitspiel bediente. Bei praktisch jeder Gelegenheit verzögerten die Kroaten die Spielfortsetzung und reizten dabei die Grenzen bis zum Äussersten aus.

Thun liess sich davon aber nicht beirren. Im Gegenteil: Die Gastgeber übernahmen Stück für Stück das Spieldiktat, das ihnen von Split grosszügig überlassen wurde. Allerdings fehlte es weiterhin an Konsequenz und Genauigkeit im letzten Drittel, weshalb trotz viel Ballbesitz und einzelner guter Ansätze weder grosse Chancen noch der verdiente Ausgleich entstehen wollten.

Die Mission Punktgewinn nahm der FC Thun zu Beginn der zweiten Halbzeit ohne personelle Veränderungen in Angriff. Und sie starteten druckvoll. Split beschränkte sich weiterhin auf die Verwaltung des Vorsprungs. Thun fehlte aber nach wie vor die Klarheit in seinen Angriffen, um die Defensive der Kroaten so richtig in Bedrängnis zu bringen. Einige gute Ansätze, ein paar Halbchancen, aber weiterhin nichts Zwingendes. So liessen sich die Angriffsbemühungen der Thuner bis zur 65. Minute zusammenfassen.

Dann kam es knüppeldick: Nach einem gar nicht einmal besonders harten Zweikampf von Olivier Mambwa zeigte Schiedsrichter Jarett Gillett auf den Punkt. Penalty für Hajduk Split. Aber: Goalie Niklas Steffen parierte den Versuch von Captain Sego und hielt seine Mannschaft damit im Spiel.

Kurz darauf hatte der mittlerweile eingewechselte Noah Christoffersson die beste Gelegenheit für den FC Thun, den Ausgleich zu erzielen. Nach einer schönen Hereingabe von Sturmpartner Brighton Labeau stand er zwei Meter vor dem komplett leeren Tor und schaffte das Kunststück, den Ball am Pfosten vorbeizukullern. Blankes Entsetzen bei allen Fans des FC Thun.

In den letzten zehn Minuten warfen die Berner Oberländer dann mehr oder weniger alles nach vorne. Auch personell ging Gian-Luca Privitelli ins Risiko und wechselte beinahe die gesamte Offensivabteilung aus, um nochmals frische Energie zu bringen. Doch das Problem blieb dasselbe: Wirkliche Torgefahr entstand kaum.

So konnte Hajduk Split den knappen Vorsprung schliesslich relativ ungefährdet über die Zeit bringen. Bitter für den FC Thun, dass nach der unglücklichen Auswärtsniederlage in Enschede nun auch das Heimspiel gegen Split mit 0:1 verloren ging.

Damit stehen die Oberländer nach zwei Spielen in der Ligaphase der Conference League weiterhin ohne Punkte da. Noch bitterer dürfte für die Thuner aber sein, dass diesmal durchaus etwas Zählbares drin gelegen wäre. Über weite Strecken hielt man mit dem favorisierten kroatischen Traditionsclub mit, liess aber die wenigen Chancen ungenutzt und zahlte am Ende den Preis dafür.

(text:yes/bild:zvg Levin Anneler)