19 Mai 2026

Wie weiter mit der Kirchensteuer für Unternehmen im Kanton Bern?

Die Wirtschaftsverbände im Kanton Bern setzen sich dafür ein, die Kirchensteuer freiwillig zu gestalten. In der Frühlingssession hat der Grosse Rat den Bericht zum entsprechenden Postulat zurückgewiesen und dem Regierungsrat den Auftrag gegeben, die Variante «Freiwillige Zuwendung für juristische Personen» vertieft zu prüfen.

Der überarbeitete Bericht zeigt folgendes Bild: Wenn die Kirchensteuer für Unternehmen freiwillig wird, die Kirche jedoch unverändert ihre Leistungen erbringt, würde sich die Zahl der defizitären Kirchgemeinden nahezu vervierfachen. Der FDP-Grossrat und Postulant Carlos Reinhard fordert mehr Dialog zwischen den Unternehmen und den Kirchgemeinden und spricht sich für ein Überdenken des Systems aus.

Auch der Kompromissvorschlag des Regierungsrates stellt für Carlos Reinhard keine Lösung dar: Dieser sieht vor, Unternehmen mit einem Jahresgewinn von weniger als 700’000 Franken von der Kirchensteuer zu befreien. Das betrifft 97 Prozent der Firmen im Kanton Bern. Da die grössten drei Prozent der Berner Unternehmen etwa 80 Prozent der Kirchensteuereinnahmen ausmachen, wäre der Einnahmeverlust für die Kirchen weniger bedeutend.

(text:ath/bild:pg)