25 Februar 2026

Wie und wo sollen Oberländer Bébé künftig geboren werden?

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Bern, die beiden Berner Oberländer Spitalgruppen Spitäler fmi AG und Spital STS AG sowie die Berner Fachhochschule haben ein Projekt lanciert, um die Versorgungslage in der Geburtshilfe zu erforschen. Fachkräftemangel, anhaltende Spezialisierung und rasanter medizinischer Fortschritt sind die Treiber für einen breiten Umbau der Spitallandschaft. Dazu kommt der Rückgang der Geburtenzahlen, wofür innovative Konzepte gefragt sind.

Das Projekt zu neuen Versorgungsmodellen in der Geburtshilfe beschäftigt sich mit drei zentralen Aspekten:

  • Bedürfnisorientierung: Die Anliegen von Familien, Fachpersonen und Vertretenden der Gemeinden werden systematisch einbezogen, um Versorgungsmodelle zu entwickeln, die den realen Bedürfnissen entsprechen.
  • Integrierte Versorgungsstrukturen: Sicherstellung einer integrierten und wohnortnahen Versorgungsstruktur, die eine qualitativ hochwertige Betreuung gewährleistet. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Verbesserung von Schnittstellen sowie der interprofessionellen Zusammenarbeit zwischen den bereits existierenden Angeboten.
  • Wirtschaftliche und personelle Tragfähigkeit: Die erarbeiteten Vorschläge sollen realistisch umsetzbar sein und langfristig innerhalb des bestehenden gesundheitspolitischen Rahmens funktionieren.

Die Rahmenbedingungen in der Geburtshilfe im Kanton Bern haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Gleichzeitig ist bei werdenden Eltern das Bedürfnis nach individueller, wohnortnaher Betreuung gewachsen. Dass diese nicht zwingend in einem Spital stattfinden muss, zeigen gut funktionierende Angebote freipraktizierender Hebammen und Geburtshäuser. Insbesondere die Forschungsabteilung für Geburtshilfe der BFH sieht grosses Potenzial in solch alternativen Versorgungsmodellen. Die Weiterentwicklung der Geburtshilfe in diesem Kontext wird schweizweit zum ersten Mal wissenschaftlich erforscht. Exemplarisch sollen neue, integrierte Versorgungsmodelle für das Berner Oberland erarbeitet werden. Getragen wird das Projekt gemeinsam von der Gesundheitsdirektion, den Berner Oberländer Spitalgruppen Spitäler fmi AG und Spital STS AG sowie der Berner Fachhochschule (BFH).

Das Projekt ist Anfang Februar 2026 gestartet und dauert voraussichtlich ein Jahr. Während dieser Zeit analysiert die BFH die aktuelle Situation und führt Gespräche mit verschiedenen Akteuren. Auf Basis dieser Analyse und in Orientierung an internationalen Modellen werden daraus Vorschläge für tragfähige Versorgungskonzepte entwickelt und den Projektträgern zum Entscheid vorgelegt.

(text:pd/bild:unsplash)