13 Januar 2022

Widerstand gegen die Steffisburger Ortsplanungsrevision

Am 13. Februar kommt die letzte Tranche der Steffisburger Ortsplanungsrevision zur Abstimmung. Ein «Ortsplanungs-Nein»-Komitee, bestehend aus den GrĂŒnen, dem Natur- und Vogelschutzverein sowie parteiunabhĂ€ngigen BĂŒrger/innen, macht mobil gegen diese Vorlage. Es wehrt sich vor allem gegen die geplante Überbauung der Pfrundmatte. Diese 8500mÂČ grosse Wiese mit unzĂ€hligen ObstbĂ€umen und einheimischen StrĂ€uchern neben der Dorfkirche ist eine ökologisch wertvolle BiodiversitĂ€tsoase und grĂŒne Lunge im verkehrsgeplagten Oberdorf. Es gehe nicht an, sagt das Komitee, dass auch noch diese letzte grĂŒne FlĂ€che im bereits jetzt dicht bebauten Oberdorf geopfert werden soll. Es fordert, dass die Pfrundmatte statt in eine Zone mit Planungspflicht (ZPP) in eine GrĂŒnflĂ€che umgezont wird. Gegen eine moderate Erweiterung des Altersheims der Esther SchĂŒpbach Stiftung ist nichts einzuwenden. Aber dessen Abriss und Neubau neben der Kirche und der Bau von Luxuswohnungen an seiner Stelle muss unbedingt verhindert werden. Die neuen GebĂ€ude dĂŒrfen bis 16 Meter hoch gebaut werden. Damit wĂŒrden sie, inklusive Dachaufbauten, die Höhe des Kirchendachs erreichen und das historisch wertvolle Ortsbild definitiv verschandeln.

In Steffisburg gab es von 2006 bis Januar 2021 ein Bevölkerungs-wachstum von 764 Personen. Das sind 5 Prozent in 15 Jahren. Mit den im Bau befindlichen und bereits eingezonten Baufeldern sowie der Ortsplanungsrevision wĂŒrde sich dieses rapide beschleunigen. Sollten sĂ€mtliche Projekte realisiert werden, gibt es in den nĂ€chsten 15 Jahren zusĂ€tzlichen Platz fĂŒr mehr als 2500 Personen. Verglichen mit der Vorperiode entspricht das einer Zunahme um mehr als das Dreifache. Dadurch verschlimmert sich die zeitweise ĂŒberlastete Verkehrssituation im Dorf noch mehr.

Die Gemeinde Steffisburg hĂ€lt aber weiterhin an der geplanten Überbauung Prundmatte fest. GemeindeprĂ€sident Reto Jakob ist der Meinung, da nur 60 Prozent der Matte ĂŒberbaut werden, sei es ein tragbares Projekt. “ Wir haben das auch mit dem „Ortsplanungs-Nein Komittee“ so abgesprochen“, sagt Reto Jakob weiter. Dazu ist er auch ĂŒberzeugt, dass die Gemeinde Steffisburg in den nĂ€chsten Jahren nur moderat wachsen wird.

(text:pd&msi/bild:beo)