20 MĂ€rz 2023

Weniger verkaufte Velos – trotz E-Bike-Trend

Die Schweizerinnen und Schweizer haben 2022 das zweite Jahr in Folge weniger Velos gekauft. Das E-Bike gewinnt aber weiter an Beliebtheit und wird mehr und mehr zum Verkehrsmittel des Alltags.

Konkret verkauften Schweizer VelohĂ€ndler 2022 knapp 484’000 Velos und damit 1,5 Prozent weniger als im Jahr davor, wie der Branchenverband Velosuisse am Montag mitteilte. Zum Rekordjahr 2020, als 502’000 Velos verkaufte wurden, fehlten gar 3,6 Prozent.

WĂ€hrend allerdings mit knapp 265’000 rund 14 Prozent weniger Velos, bei denen man selber trampen muss, verkauft wurden, kam es bei den E-Bikes zu einer Zunahme von 17 Prozent. Das AbsatzverhĂ€ltnis von Velos und E-Bikes betrug damit nun 55 zu 45 Prozent.

Im Jahr 2005 verfĂŒgte noch nicht einmal jedes 150. verkaufte Velo ĂŒber einen elektrischen Antrieb. Damals wurden vergleichsweise mickrige 1800 E-Bikes verkauft.

Das E-Bike hat also bereits einen weiten Weg hinter sich und der Trend dĂŒrfte sich fortsetzen. „Es ist abzusehen, dass bald jedes zweite verkaufte Fahrrad ein E-Bike sein wird,“ heisst es zumindest im CommuniquĂ© von Velosuisse.

Die KĂ€ufer dĂŒrfen sich zudem ĂŒber geringere Preise freuen. Transport- und Rohstoffkosten haben wĂ€hrend der Corona-Pandemie auch die Velo-Preise in die Höhe getrieben. GemĂ€ss Velosuisse normalisieren sich die Preise nun aber wieder. Vor allem im Top-Segment sei es bereits zu deutlichen Preiskorrekturen gekommen.

Gleichzeitig hallt der wÀhrend der Pandemie gesehene Fahrrad-Boom nach. Velosuisse macht dies am Kaufverhalten von Herr und Frau Schweizer fest. So werde das Velo nach wie vor in der Freizeit sehr gerne genutzt, heisst es.

Immer mehr Leute hĂ€tten zudem insbesondere das E-Bike als praktisches Fortbewegungsmittel fĂŒr den Alltag entdeckt – vorzugsweise in Stadt und Agglomeration. Dabei legten E-Bike-Fahrer rund dreimal lĂ€ngere Strecken als Velofahrer zurĂŒck, wie Studien zeigten. Und die NutzungshĂ€ufigkeit sei rund doppelt so hoch.

Velosuisse plĂ€diert denn auch fĂŒr einen Ausbau der Velo-Infrastruktur in der Schweiz. So könnten noch mehr Leute vom klima- und ressourcenschonenden Verkehrsmittel Velo profitieren, heisst es.

Als weitere Vorteile fĂŒhrt der Verband gesundheitliche Aspekte des Velos und platzsparende Effekte ins Feld. Velosuisse begrĂŒsst daher, dass anfangs 2023 das Veloweggesetz in Kraft getreten ist.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)