19 Juli 2022

Weltwetterorganisation: Hitzewellen nun Teil des Klimas in Europa

Hitzewellen wie die, die gerade Europa heimsucht, gehören fortan in den Sommermonaten zum normalen europäischen Klima – davon ist die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf überzeugt.

„Solche Episoden werden immer häufiger, und der negative Trend wird noch bis mindestens 2060 anhalten, unabhängig von dem Erfolg unserer Klimaschutzbemühungen“, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas am Dienstag. Es könne in Europa auch noch heisser werden. Aktuell rechnete die WMO mit einer Rückkehr zu für die Jahreszeit normaleren Temperaturen womöglich erst Mitte nächster Woche.

Regierungen müssten viel mehr für den Klimaschutz tun, sagte Taalas. „Ich hoffe, diese Ereignisse sind ein Weckruf für Regierungen, und dass sie in demokratischen Ländern Folgen bei den nächsten Wahlen haben.“ Die Klimaschutzbemühungen reichten bei Weitem nicht aus, um die Erwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen, wie die Länder es 2015 im Klimaabkommen von Paris beschlossen hatten, sagte Taalas: „Im Moment bewegen wir uns auf etwa 2,5 Grad Erwärmung zu.“

Im Bezug auf die Gletscher kämen die Bemühungen schon zu spät. „Wir gehen davon aus, dass die Gletscherschmelze sich für Hunderte oder Tausende Jahre fortsetzen wird, und ebenso der Anstieg des Meeresspiegels“, sagte Taalas. Das liege an der hohen Konzentration der klimaschädlichen Treibhausgase in der Atmosphäre. Eine Reduzierung des Ausstosses an Treibhausgasen jetzt kann ihre Konzentration in der Atmosphäre wegen ihrer langen Lebensdauer erst über langer Zeit hinweg deutlich mindern.

Taalas trug ein Hemd mit kurzen Ärmeln bei der Pressekonferenz. Anzüge seien als Norm eingeführt worden, als die Raumtemperaturen zehn oder 15 Grad niedriger lagen, sagte Taalas. In dem Raum im Völkerbundpalast in Genf waren etwa 37 Grad, eine Klimaanlage gab es nicht. Unter solchen Umständen seien kurzärmelige Hemden bequemer, und damit funktioniere das Gehirn besser, sagte Taalas.

(text:sda/bild:unsplash-symbolbild)