5 Dezember 2022

Weko nimmt Bankenlöhne unter die Lupe

Die Wettbewerbskommission (Weko) eröffnet eine VorabklÀrung gegen verschiedene Banken, weil diese womöglich Löhne untereinander abgesprochen haben. Namen werden vorlÀufig keine genannt.

Die Untersuchung richtet sich gegen 34 Banken ins sechs Deutschschweizer Regionen, heisst es in einer Mitteilung der Weko vom Montag. Es gebe darunter grosse und kleine Institute, ergÀnzte Weko-Direktor Patrik Ducrey auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Mutmasslich hĂ€tten die Banken insbesondere Löhne abgesprochen, welche fĂŒr Lehr- und StudienabgĂ€nger sowie fĂŒr Angestellte mit gewissen Weiterbildungen gelten wĂŒrden, so Ducrey weiter. Die Absprachen seien gemĂ€ss den Weko-Informationen an Sitzungen erfolgt.

Wie eine Umfrage ergab, sind gewichtige Institute tangiert. So teilten etwa Raiffeisen und die ZĂŒrcher Kantonalbank mit, im Rahmen der VorabklĂ€rung einen Fragebogen erhalten zu haben. Auch die Valiant Bank und die Luzerner Kantonalbank erhielten von der Weko einen Fragenkatalog.

Andere Institute, etwa die Credit Suisse oder Postfinance, wollten sich nicht Ă€ussern, ob sie Teil der VorabklĂ€rung sind. Und bei Clientis hiess es, dass auf Stufe der Gruppe keine Untersuchung bekannt sei, eine solche fĂŒr einzelne Institute des Regionalbanken-Verbunds aber nicht ausgeschlossen werden könne. Inhaltlich Ă€usserte sich kein Institut – ausser, dass man die Fragen fristgerecht beantworten werde.

Weko-Direktor Ducrey betonte, dass sich die Untersuchung ganz am Anfang befĂ€nde. Nun wĂŒrden die Informationen zusammengetragen. Üblicherweise entscheide sich nach rund einem Jahr, ob eine offizielle Untersuchung eröffnet werde.

Laut der Mitteilung geht es primĂ€r darum abzuklĂ€ren, ob die Informationsaustausche ĂŒber die Löhne „Anhaltspunkte fĂŒr unerlaubte Abreden im Sinn des Kartellgesetzes“ ergĂ€ben. Bei Bedarf könnten die Ermittlungen auf weitere Regionen und andere Unternehmen ausgedehnt werden.

Der Arbeitsmarkt rĂŒckt laut der Weko-Mitteilung immer mehr in den Fokus der TĂ€tigkeit der Wettbewerbsbehörden rund um den Globus. In der Schweiz sei es nun aber das erste Mal, dass das Weko-Sekretariat mögliche Abreden auf dem Arbeitsmarkt untersucht, die in den Anwendungsbereich des Kartellgesetzes fallen könnten – weil sie nicht Verhandlungsergebnisse von Sozialpartnern darstellten.

(text:sda/bild:sda)