28 September 2022

Massenflucht: Russische Grenzregion erschwert Durchreise

Angesichts der vielen flĂŒchtenden Kriegsdienstverweigerer hat die an Georgien grenzende russische Teilrepublik Nordossetien im Kaukasus EinreisebeschrĂ€nkungen verhĂ€ngt. Per Dekret habe er die Durchfahrt von Autos aus anderen russischen Regionen in Richtung Georgien erschwert, schrieb der Republikchef Sergej Menjajlo am Mittwoch auf Telegram. „Allein in den letzten zwei Tagen sind mehr als 20 000 Menschen ĂŒber unseren Grenzabschnitt nach Georgien gereist!“, so Menjajlo. „Wir werden einfach physisch nicht in der Lage sein, Ordnung und Sicherheit zu gewĂ€hrleisten, wenn dieser Strom weiter zunimmt.“

Rund sieben Monate nach Beginn des Kriegs gegen die Ukraine hatte Russlands PrÀsident Wladimir Putin in der vergangenen Woche eine Teilmobilmachung von Reservisten angeordnet. Er löste damit allerdings nicht nur die grössten Anti-Kriegs-Proteste seit Monaten aus, sondern auch eine beispiellose Massenflucht.

Insbesondere von der russisch-georgischen Grenze kursieren viele Videos in sozialen Netzwerken, wie MĂ€nner teils zu Fuss oder mit FahrrĂ€dern am Übergang Werchni Lars warten. FĂŒr die Einreise in die Ex-Sowjetrepublik Georgien brauchen Russen kein Visum. Auch an der Grenze zum Nachbarland Kasachstan in Zentralasien bilden sich seit Tagen kilometerlange Autoschlangen.

(text:sda/bild:sda)