16 April 2024

Was tun beim Fund eines Jungvogels?

Derzeit sind viele Vögel mit BrĂŒten oder der Versorgung der Nestlinge beschĂ€ftigt. Mancherorts haben die ersten Jungvögel bereits das Nest verlassen. Selbst wenn sie noch nicht richtig fliegen können, sind Jungvögel gut fĂŒr das Überleben ausserhalb des Nests gerĂŒstet. Sie dĂŒrfen zudem weiterhin auf die elterliche FĂŒrsorge zĂ€hlen und werden noch einige Zeit mit Nahrung versorgt.

Jungvögel benötigen daher meist keine menschliche Hilfe. Es wĂ€re sogar falsch, sie mitzunehmen, da selbst die kompetenteste Pflegeperson die Aufzucht nie so geschickt meistert wie die Vogeleltern. Manchmal landen Jungvögel bei ihrem ersten Ausflug allerdings an einem unglĂŒcklichen Ort, beispielsweise auf einer Strasse oder in unmittelbarer NĂ€he einer Katze. Befindet sich ein Jungvogel in akuter Gefahr, so ist ein wenig UnterstĂŒtzung sinnvoll. Dabei reicht es, den Vogel in ein nah gelegenes GebĂŒsch zu setzen. Der Geruch des Menschen stört die Vogeleltern nicht. Auch angefasste Jungvögel werden weiterhin umsorgt.

Ist man unsicher, ob die Vogeleltern in der NÀhe sind, so beobachtet man den Jungvogel aus mindestens 50 Metern Distanz. Wenn er wÀhrend einer Stunde nicht von den Eltern mit Futter versorgt wird, empfiehlt es sich, mit einer Pflegestation Kontakt aufzunehmen. Der Gang zu einer Pflegestation wird zudem dann nötig, wenn man verletzte Vögel oder kaum befiederte Nestlinge am Boden auffindet. Da die Haltung und Pflege einheimischer Singvögel nicht nur Fachwissen, sondern auch eine kantonale Bewilligung erfordert, ist auf eine Aufzucht zu Hause zu verzichten.

(text:pd/bild:zvg vogelwarte sempach)