28 November 2023

Wahlkampf in Indonesien gestartet – Wer folgt Pr├Ąsident Jokowi?

Im weltgr├Âssten Inselstaat Indonesien hat offiziell der Wahlkampf zur Pr├Ąsidentschaftswahl 2024 begonnen. Der popul├Ąre Amtsinhaber Joko Widodo, auch bekannt unter seinem Spitznamen Jokowi, darf bei der Abstimmung am 14. Februar nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Drei Kandidaten konkurrieren um seine Nachfolge.

Im gr├Âssten muslimischen Land der Erde, das aus mehr als 17 000 Inseln besteht, sind 205 Millionen der fast 280 Millionen Einwohner zu den Urnen gerufen. Fast 90 Prozent von ihnen sind Muslime. Das Urlaubsparadies Bali ist die einzige Insel mit einer hinduistischen Bev├Âlkerungsmehrheit.

Als Favorit gilt laut Umfragen der derzeitige Verteidigungsminister und ehemalige General Prabowo Subianto (72) – bei der letzten Wahl noch Jokowis erbitterter Gegner. Als Vize-Pr├Ąsidenten hat er aber ├╝berraschend dessen ├Ąltesten Sohn Gibran Rakabuming Raka (36) nominiert.

Baut Jokowi eine Familiendynastie auf?

Das Oberste Gericht hat k├╝rzlich entschieden, dass das Mindestalter f├╝r Pr├Ąsidentschafts- und Vizepr├Ąsidentschaftskandidaten – das bei 40 Jahren liegt – nicht f├╝r gew├Ąhlte Regionalf├╝hrer gilt. Jokowis Sohn ist bereits B├╝rgermeister der Stadt Solo und darf somit kandidieren. Kritiker werfen dem Noch-Pr├Ąsidenten vor, eine politische Familiendynastie aufbauen zu wollen. Seine Verdienste um den wirtschaftlichen Fortschritt Indonesiens sind aber unumstritten: Die G20-Nation ist heute die gr├Âsste Volkswirtschaft S├╝dostasiens.

Bei einer Umfrage von Ende Oktober lag Subianto mit mehr als 40 Prozent der W├Ąhlerstimmen vorne, gefolgt vom Gouverneur der Provinz Zentraljava, Ganjar Pranowo (knapp 28 Prozent). Der dritte Kandidat, Anies Baswedan, ist der fr├╝here Gouverneur von Jakarta und ehemaliger Bildungsminister. Er kommt derzeit auf knapp 24 Prozent der Stimmen.

Der Wahlkampf endet am 10. Februar, vier Tage vor der Wahl. Kommt bei der Abstimmung kein Kandidat auf mehr als 50 Prozent der Stimmen, findet am 26. Juni eine Stichwahl statt.

(text:sda/bild:unsplash)