3 November 2026

Vorgehen der Berner Kantonspolizei gegen Gewalt an Frauen

Gewalt gegen Frauen zeigt sich in unterschiedlichen Formen und kann für die Betroffenen schwerwiegende Folgen haben. Die Kantonspolizei Bern gab gestern in Bern bei einem Medientreff Einblick in ihren Umgang und ihr Vorgehen gegen Gewalt an Frauen.

In der Schweiz sterben jährlich durchschnittlich 25 Personen durch häusliche Gewalt, 75 Prozent davon sind Frauen und Mädchen. Über 70 Prozent der von Gewalt betroffenen Personen sind Frauen, wie die Zahlen des Bundes aufzeigen. Dies verdeutlicht, wie tief Gewalt gegen Frauen in unserer Gesellschaft verankert ist. Die Kantonspolizei erlebt das immer wieder. Deshalb hat sie sich in den letzten Jahren intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt und Verbesserungen angestrebt. Besonders soll es Betroffenen erleichtert werden, eine für sie sehr schwierige Anzeige und Aussage bei der Polizei zu machen, betont Kapo-Kommandant Christian Brenzikofer.

Die Behörden können bei Vorfällen bestimmte Massnahmen gegen die Täter erlassen, wie etwa Wegweisungen oder Annäherungs- und Kontaktverbote. Diese Massnahmen wirken grundsätzlich, findet Nicole Fernandez von der Kriminalabteilung. Die Polizeiarbeit in diesem Bereich soll aber weiter verbessert werden: Ab nächstem Jahr will die Kapo Bern eine Fachstelle für häusliche Gewalt anbieten.

Eine weitere Verbesserung gibt es seit gestern: Über die Plattform Suisse ePolice können Betroffene von sexualisierter Gewalt ab sofort online Anzeige erstatten. Damit wird ein zusätzlicher, niederschwelliger Zugang geschaffen.

Bei einem Ereignis, das weniger als 72 Stunden zurückliegt, wird jedoch empfohlen, sich direkt über das Kontakttelefon für Betroffene von sexualisierter Gewalt (031 332 77 77) an die Polizei zu wenden. So können notwendige Sofortmassnahmen, eine zeitnahe medizinische Untersuchung sowie eine Spurensicherung veranlasst werden. In dringenden Fällen oder bei unmittelbarer Gefahr sind weiterhin die Notrufnummern 112 oder 117 zu wählen.

(text:pd&pmu/bild:kapobern)