26 Februar 2026

Von wo kommen die warmen Temperaturen und was halten Bären davon?

Im Berner Oberland herrschen derzeit frühlingshafte Bedingungen – zumindest aus meteorologischer Sicht. Doch weshalb ist es plötzlich rund zehn Grad wärmer als noch vor einer Woche? Und wie hat sich der Frühling in den vergangenen Jahrzehnten verändert?

Wer verstehen will, wie das Wetter funktioniert, fragt am besten einen Meteorologen. In diesem Fall erklärt Ralph Rickli von Meteotest, warum es diese Woche im Berner Oberland so aussergewöhnlich warm ist: Der Grund ist der Zustrom von subtropischer Luft und somit eine Inversionslage – heisst: Höhenlagen zwischen 800 und 1200 m ü.M. sind begünstigt und profitieren bereits in der Nacht von Temperaturen um die zehn Grad. Weiter unten gibt es durch die klare Nacht eine Abkühlung und am Tag wird dann die Bodeninversion zerstört, die Luft wird durchmischt und die Temperaturen steigen.

Grundsätzlich zeige sich klar, dass die Frühlinge heute deutlich früher einsetzen als noch vor rund 30 Jahren.

Diese Veränderungen bekommen auch die Tiere zu spüren – insbesondere jene Arten, die bei milden Temperaturen aus dem Winterschlaf oder aus der Winterstarre erwachen. Oder der Winterruhe wie das Wappentier des Kantons Bern: der Bär.

Dass es bereits im Februar so warm ist, stellt für die Bären jedoch kein Problem dar, sagt Doris Slesack, Leiterin Kommunikation beim Tierpark Bern. Grundsätzlich dauert die Winterruhe bei Bären von November bis März resp. April. Bei milden Temperaturen wie derzeit lassen sie sich jedoch früher und häufiger blicken.

(text:chl/bild:unsplash)