Von Allmen hold Gold, Odermatt „Leder“
Franjo von Allmen sichert sich in der Olympia-Abfahrt in Bormio die Goldmedaille. Der Weltmeister aus dem Berner Oberland setzt sich vor den Italienern Giovanni Franzoni und Dominik Paris durch, Marco Odermatt wird undankbarer Vierter.
Von Allmen ist der fünfte Schweizer Abfahrts-Olympiasieger nach Bernhard Russi (1972), Pirmin Zurbriggen (1988), Didier Défago (2010) und Beat Feuz (2022). Auf den Tag genau vier Jahre nach der Gold-Fahrt von Feuz in Peking stieg Von Allmen auf der Piste Stelvio mit Startnummer 8 ins Rennen. Er zeigte von Beginn an eine engagierte Fahrt und distanzierte den direkt vor ihm gestarteten Odermatt um sieben Zehntel.
Einzig Paris und allen voran Franzoni trieben Von Allmen in der Folge noch Schweissperlen auf die Stirn. Während Paris, mit sechs Abfahrtssiegen Rekordsieger auf der Stelvio, mit einer halben Sekunde Rückstand am Ende keine Chance auf Gold hatte, war Franzoni deutlich näher am ganz grossen Coup. Der Aufsteiger der Saison, der in Kitzbühel seinen ersten Weltcup-Sieg in der Abfahrt realisierte, büsste lediglich zwei Zehntel auf den neuen Olympiasieger ein. Für Paris ist es im Alter von 36 Jahren die erste Medaille an Olympischen Spielen, gleiches gilt selbstredend für die 24-jährigen Von Allmen und Franzoni, die zum ersten Mal bei Olympia am Start standen.
Zu den Geschlagenen gehörte der im Vorfeld von vielen Seiten als Topfavorit titulierte Marco Odermatt. Der 28-jährige Nidwaldner stand in dieser Saison in fünf von sechs Abfahrten unter den Top-3 und gewann die Hälfte der Rennen in der Königsdisziplin. In Bormio klassierte er sich auf dem undankbaren 4. Platz. Odermatt verpasste den angestrebten Sieg deutlich, die Bronzemedaille jedoch um lediglich 20 Hundertstel.
Alexis Monney fuhr bei seinen ersten Olympischen Spielen ebenfalls nur knapp neben das Podest. Der Bormio-Sieger der Vorsaison büsste lediglich fünf Hundertstel mehr ein als Odermatt und klassierte sich direkt hinter dem Weltmeister von 2023. Stefan Rogentin verlor als 23. mehr als zweieinhalb Sekunden auf die Siegerzeit. Er hatte sich im internen Kampf mit Niels Hintermann den vierten Schweizer Startplatz gesichert.
(text:sda/bild:zvg swiss ski)