13 Januar 2024

Am Lauberhorn: Von Allmen 14. bei Odermatt-Sieg und Sturzfestival

Marco Odermatt gewinnt in Wengen auch die Abfahrt ├╝ber die Originaldistanz. Der Nidwaldner triumphiert mehr als eine halbe Sekunde vor Cyprien Sarrazin und fast zwei Sekunden vor Dominik Paris. Ein Sturz von Aleksander Kilde wirft einen Schatten auf das Rennen.
Die beiden Oberl├Ąnder Fahrer schaffen es in die Punkte, Franjo von Allmen wird 14 und Lars R├Âsti 24.

Perfektes Wetter, traumhafte Kulisse mit Tausenden Fans und ein unschlagbarer Lokalmatador in ├ťberform: Die erste Lauberhorn-Abfahrt ├╝ber die Originaldistanz seit 2020 beinhaltet alle Ingredienzen f├╝r ein tolles Skifest. Aber ein heftiger Sturz von Aleksander Kilde und weitere Zwischenf├Ąlle tr├╝ben die Stimmung – und werfen ein schlechtes Licht auf die FIS und deren Kalender-Gestaltung.

In sportlichen Belangen entwickelt sich das Rennen zur Machtdemonstration von Marco Odermatt. Der 26-j├Ąhrige Weltcup-Dominator aus Hergiswil hatte schon die verk├╝rzte Abfahrt am Donnerstag ├╝berlegen gewonnen, nun holte er mit einer weiteren nahezu perfekten Fahrt auch den prestigetr├Ąchtigen Sieg ├╝ber die Originaldistanz. Es ist sein zweiter Abfahrtssieg im Weltcup in Folge, nachdem er sich in der schnellsten Disziplin lange hatte gedulden m├╝ssen. Achtmal war er zuvor Zweiter, dreimal Dritter gewesen.

Die Differenz zum formstarken Sarrazin, der in Wengen als einziger einigermassen an das Level von Odermatt herankam und das Berner Oberland mit zwei 2. Pl├Ątzen in den Abfahrten und dem Sieg im Super-G verl├Ąsst, war wiederum fast identisch wie an den Vortagen: Am Donnerstag hatte Odermatt mit 58 Hundertsteln Vorsprung gewonnen, nun trennten die beiden momentan st├Ąrksten Speedfahrer 59 Hundertstel. Den Sieg im Super-G hatte sich Sarrazin mit ebenfalls 58 Hundertsteln Vorsprung vor dem Schweizer geholt.

Die ├╝brige Konkurrenz vermochte nicht ansatzweise mit Odermatt mitzuhalten. Dominik Paris schaffte es mit 1,92 Sekunden R├╝ckstand auf das Podest. Niels Hintermann wurde 2,74 Sekunden hinter dem derzeitigen Weltcup-Dominator Achter. In die Top 15 schafften es mit mehr als drei Sekunden R├╝ckstand auch Stefan Rogentin (13.), Franjo von Allmen (14.) und Josua Mettler (15.).

├ťberschattet wurde die l├Ąngste Abfahrt des Winters von einem schweren Sturz von Aleksander Kilde. Der Norweger verlor im Ziel-S die Kontrolle und prallte heftig in die Fangnetze. Informationen des ORF zufolge zog sich der Lauberhorn-Sieger von 2022 und 2023 einen offenen Unterschenkelbruch zu.

Neben Kilde, der zu den fittesten Athleten im Ski-Weltcup geh├Ârt, bekundeten im dritten Speedrennen innert 48 Stunden auch viele andere Fahrer Probleme. Am Donnerstag und Freitag waren in Wengen bereits Marco Kohler und Alexis Pinturault schwer gest├╝rzt. Beide zogen sich Kreuzbandrisse zu. In der Summe n├Ąhrten die Vorf├Ąlle die Zweifel an dem so dicht wie noch nie bepackten Weltcup-Kalender, zumal den drei Rennen in Wengen auch noch zwei Abfahrtstrainings vorangingen.

Niels Hintermann meinte gegen├╝ber SRF: „Am Freitag hatten wir den l├Ąngsten Super-G, heute die l├Ąngste Abfahrt. Die Fahrzeit im Rennen am Donnerstag dauerte auch fast 1:45 Minuten. Es sind lange Tage, die Zeit zur Erholung ist sehr kurz. Die St├╝rze ergaben sich zwar aus Fahrfehlern, aber es waren wohl erzwungene Fahrfehler.“

Auch Cyprien Sarrazin hielt mit Kritik nicht zur├╝ck: „Drei Renntage hier, die mit der l├Ąngsten Abfahrt enden, das ist zu viel, viel zu viel. Wenn wir sehen, wie Kilde, der St├Ąrkste von uns allen, so st├╝rzt, ist das nicht normal.“

Am Sonntag steht in Wengen noch ein Slalom auf dem Programm.

(text:sda,hka/bild:hka)