13 Juli 2026

Vom Bergdorf in die Limmatstadt: Thomas Wüthrich und das Tourismus-Dilemma

Thomas Wüthrich, der seine Karriere im Tourismusbüro Grindelwald begann und nach Jahren im Ausland heute Zürich Tourismus leitet, blickt regelmässig auf die Herausforderungen seiner alten Heimat. Dort prägt die Diskussion um den Massentourismus das Geschehen. Das Dilemma liege laut Wüthrich darin, dass man meist entweder zu viele oder zu wenige Gäste habe und es selten für alle stimme.

Während frequenzorientierte Bergbahnen hohe Gästezahlen anziehen, streben die Orte selbst oft nach Qualitätstourismus mit längeren Aufenthalten. Dennoch sichern die starken Sommerfrequenzen die Auslastung in den schwächeren Saisons. Um die Akzeptanz der Einheimischen zu sichern, reiche rein wirtschaftlicher Erfolg aber nicht mehr aus; es brauche konkrete Vorteile. Wüthrich schlägt beispielsweise als einfache Lösung vor, dass die ansässige Bevölkerung kostenlos mit den lokalen Bahnen und Zügen fahren dürfe.

Diesen partnerschaftlichen Ansatz nimmt er auch für seine neue Rolle in der Grossstadt mit: Seine Vision sei es, Zürich Tourismus künftig als echten Freizeitpartner für die lokale Bevölkerung zu etablieren, statt sich nur auf die klassischen Gäste zu konzentrieren. Ein Modell, das Schule machen könnte.

(text:tki/bild:Jungfrau Region Tourismus AG, Fotograf: David Birri)