10 Januar 2023

Virgin Orbit: “UnregelmĂ€ssigkeiten” bei Satellitenstart in England

Bei dem geplanten Satellitenstart in Grossbritannien ist es nach Angaben der beteiligten US-Firma Virgin Orbit in der Nacht zum Dienstag unerwartet zu Problemen gekommen. “Es scheint, dass eine UnregelmĂ€ssigkeit uns daran gehindert hat, die Umlaufbahn zu erreichen.”

Das twitterte das Unternehmen. Man werte die Informationen aus. Ein Mitarbeiter der britischen Weltraumbehörde bezeichnete die Mission wenig spĂ€ter als “erfolglos”. Die Rakete habe nicht die nötige Höhe erreicht und die Satelliten nicht aussenden können, sagte Matt Archer von der UK Space Agency Reportern am Spaceport Cornwall.

In den nĂ€chsten Tagen werde es eine Untersuchung geben, um herauszufinden, wie es zu dem technischen Versagen kommen konnte und wie es nun weitergehen soll. Zuvor war erstmals ein Jumbojet als fliegende Startrampe fĂŒr Weltraum-Satelliten von britischem Boden abgeflogen.

Die umgebaute Maschine namens “Cosmic Girl” hob am spĂ€ten Montagabend wie geplant vom Flughafen Newquay in SĂŒdwestengland ab. In rund 10,7 Kilometern Höhe ĂŒber dem Atlantischen Ozean sollte das umfunktionierte Flugzeug vom Typ Boeing 747 dann eine TrĂ€gerrakete ins All schicken, die wiederum neun kleine Satelliten in die Umlaufbahn bringen sollte. Dabei gab es offenbar Probleme. Was sich genau ereignet hatte, war zunĂ€chst unklar. Das Flugzeug kehrte unterdessen sicher und wie geplant zur Erde zurĂŒck, wie es hiess.

Das US-Raumfahrtunternehmen Virgin Orbit des britischen MilliardĂ€rs Richard Branson fĂŒhrt seit 2021 bereits Ă€hnliche Starts in den USA durch. Zu Ehren der britischen Rockband Rolling Stones hiess die Mission “Start Me Up” nach dem gleichnamigen Hit der Gruppe um Frontman Mick Jagger.

Newquay ist einer von insgesamt sieben geplanten Spaceports im Vereinigten Königreich. Der erste Vertikalstart einer Rakete ist im Laufe des Jahres in Schottland geplant. Die Regierung hofft, dass die Raumfahrtindustrie im kommenden Jahrzehnt rund 3,8 Milliarden Pfund (rund 4,3 Milliarden Franken) zur britischen Wirtschaft beitragen wird.

(text:sda/bild:sda)