17 November 2023

Verwirrung um weitere Hilfslieferungen in den Gazastreifen

Bei der Lieferung dringend benötigter HilfsgĂŒter fĂŒr die Zivilbevölkerung im Gazastreifen hat es am Freitag widersprĂŒchliche Angaben gegeben. Nach israelischer Darstellung wurde 144 Lastwagen die Fahrt aus Ägypten in den Gazastreifen genehmigt. Nach Aussage des UN-Hilfswerks fĂŒr PalĂ€stinenser (UNRWA) vom Freitagmittag kam jedoch keine Hilfe an. Die Organisation habe ihren Betrieb mangels Treibstoff und wegen des Zusammenbruch der Kommunikationsnetze einstellen mĂŒssen, erklĂ€rte das Hilfswerk. Das UN-NothilfebĂŒro Ocha erklĂ€rte, am Mittwoch und Donnerstag seien keine Hilfslieferungen in den Gazastreifen gelangt.

Die fĂŒr Kontakte mit den PalĂ€stinensern zustĂ€ndige israelische Cogat-Behörde hatte am Donnerstagabend auf der Plattform X (vormals Twitter) mitgeteilt, 144 Lastwagen hĂ€tten unter anderem Essen, Wasser und Arzneimittel von Ägypten ĂŒber die Grenze gebracht.

Die widersprĂŒchlichen Angaben der beteiligten Parteien konnten ĂŒber Nachfragen bei Cogat, OCHA in Genf und bei den Ă€gyptischen Behörden bis zum frĂŒhen Freitagnachmittag nicht abschliessend aufgelöst werden. Möglicherweise konnten die 144 Laster in den Transitbereich des GrenzĂŒbergangs einfahren und befanden sich damit im Niemandsland zwischen Ägypten und dem Gazastreifen.

Laut UN werden tĂ€glich 100 Lastwagenladungen benötigt, um die rund 2,2 Millionen Menschen in dem abgeriegelten KĂŒstengebiet mit dem Nötigsten zu versorgen. Vor Kriegsbeginn kamen dem UN-NothilfebĂŒro OCHA zufolge im Durchschnitt unter der Woche tĂ€glich 500 Lkw in den Gazastreifen.

(text:sda/bild:keystone)