25 Dezember 2022

Verfahren gegen Fifa wegen möglicher unlauterer Klimaversprechen

Gegen den Weltfussballverband Fifa ist ein Beschwerdeverfahren wegen möglicher unlauterer Klimaversprechen eröffnet worden. Die Schweizerische Lauterkeitskommission klÀrt ab, ob der Verband die Weltmeisterschaft in Katar als zu umweltfreundlich vermarktet hat.

Bei der Kommission sei ein solches Verfahren hĂ€ngig, sagte Marc Schwenninger, GeschĂ€ftsleiter der Stiftung fĂŒr die Lauterkeit in der kommerziellen Kommunikation, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Sonntag. Er bestĂ€tigte Informationen des “Sonntagsblicks”.

Wegen der AbklĂ€rungen machte Schwenninger keine weiteren Angaben. Bis ein Entscheid vorliegt, dĂŒrfte es Monate dauern.

Der Zeitung zufolge steht die Klima-Allianz Schweiz hinter der Beschwerde. Sie werfe der Fifa PR-Methoden vor, die der Öffentlichkeit ein umwelfreundliches Image vorgaukeln, ohne dass es dafĂŒr ausreichend Beweise gebe (“Klima-Greenwashing”).

Die Fifa bewirbt die WM auf ihrer Website als das erste “vollstĂ€ndig klimaneutrale Turnier”. FĂŒr den Sportgrossanlass wurden im WĂŒstenemirat Katar neue, klimatisierte Stadien sowie umfassend Infrastrukturen gebaut. Zehntausende Menschen reisten per Flugzeug an das Turnier. Die Fifa und der Gastgeber Katar kompensierten klimaschĂ€dliche CO2-Emissionen etwa mit dem Kauf von Emmissionsrechten und Kompensationsprogrammen.

Mehrere Medien und UmweltschĂŒtzer behaupteten in den vergangenen Monaten jedoch, dass das Klimaversprechen der Turnierverantwortlichen falsch sei. Von der Fifa lag vorerst keine Stellungnahme vor.

Die Lauterkeitskommission ist ein Selbstkontrollorgan der Kommunikationsbranche. Sie erlĂ€sst Empfehlungen, aber keine staatlich durchsetzbaren Urteile. Die GerĂŒgten setzen Empfehlungen der Kommission zufolge aber meist freiwillig um.

(text:sda/bild:unsplash)