8 Juli 2023

USA schicken Ukraine umstrittene Streumunition

Die US-Regierung will der Ukraine umstrittene Streumunition liefern und verteidigt sich gegen Kritik an diesem Schritt. US-PrĂ€sident Joe Biden sprach von einer Übergangslösung und sagte, dass ihm die Entscheidung sehr schwergefallen sei. Sein Sicherheitsberater Jake Sullivan betonte: “Es ist eine Entscheidung, die wir aufgeschoben haben.” Die AnkĂŒndigung kommt kurz vor dem Nato-Gipfel in der kommenden Woche.

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj dankte Biden fĂŒr die neue MilitĂ€rhilfe. “Ein rechtzeitiges, umfassendes und dringend benötigtes Verteidigungshilfspaket der Vereinigten Staaten”, teilte Selenskyj am Freitagabend bei Twitter mit. Er war in Istanbul zu GesprĂ€chen mit seinem tĂŒrkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan. Dabei ging es unter anderem um die FortfĂŒhrung des Getreideabkommens. Selenskyj lobte Washington “fĂŒr entscheidende Schritte, um die Ukraine dem Sieg ĂŒber den Feind und die Demokratie dem Sieg ĂŒber die Diktatur nĂ€her zu bringen”. Die Ukraine hatte immer wieder Streumunition gefordert, um die Stellungen russischer Besatzer effektiver zu zerstören.

Russland bezeichnete die angekĂŒndigte US-Lieferung von Streumunition an die Ukraine als weitere Eskalation im Krieg. “Washington erhöht seinen Einsatz in dem Konflikt weiter”, sagte der russische Botschafter in den USA, Anatoli Antonow, laut dem Aussenministerium in Moskau in der Nacht zum Samstag. Auch ohne die Streumunition seien die USA tief in den Konflikt verstrickt und brĂ€chten “die Menschheit nĂ€her an einem neuen Weltkrieg”. Der Einsatz von Streumunition wird nach Darstellung Antonows die Zahl der Kriegsopfer erhöhen und den “Todeskampf des Kiewer Regimes” nur verlĂ€ngern.

(text:sda/bild:keystone)