20 April 2023

Ukraine: Die Nacht im Überblick

Die US-Regierung hat neue militĂ€rische Hilfe fĂŒr die Ukraine in Höhe von 325 Millionen US-Dollar (knapp 291 Millionen Franken) angekĂŒndigt. In dem Paket enthalten seien vor allem Munition fĂŒr Waffensysteme wie die Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars und Artilleriegeschosse, sagte die Sprecherin von US-PrĂ€sident Joe Biden, Karine Jean-Pierre, am Mittwoch (Ortszeit). Die neue Hilfe kommt dem Weissen Haus zufolge aus BestĂ€nden des US-MilitĂ€rs.

„Diese neue Sicherheitshilfe wird die Ukraine in die Lage versetzen, sich angesichts des brutalen, nicht provozierten und ungerechtfertigten Krieges Russlands weiterhin tapfer zu verteidigen“, sagte US-Aussenminister Antony Blinken. Die USA gelten als wichtigster VerbĂŒndeter der Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Invasion und unterstĂŒtzen die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs mit MilitĂ€rhilfe in Milliardenhöhe.

Die Ukraine bereitet nach den Worten von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj neue Truppen fĂŒr den Fronteinsatz vor. Konkret handelt es sich dabei um Grenztruppen, die er am Mittwoch in Wolhynien im DreilĂ€ndereck der Ukraine mit Belarus und Polen besucht hatte. Schon jetzt sind Grenztruppen der Ukraine an den Fronten im Einsatz, unter anderem in der schwer umkĂ€mpften Stadt Bachmut in der Ostukraine.

„Zusammen mit allen unseren Verteidigungs- und SicherheitskrĂ€ften kĂ€mpfen die Grenzsoldaten an der Front, auch in den schwierigsten Gebieten“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. „Wir bereiten auch neue Einheiten – Grenzschutzeinheiten – darauf vor, sich unseren aktiven Operationen anzuschliessen, sich der Bewegung anzuschliessen, die wir nach und nach entwickeln.“

Ein ungewöhnlicher Lichtschweif am nĂ€chtlichen Horizont ĂŒber Kyjiw hat in der ukrainischen Hauptstadt fĂŒr Luftalarm gesorgt. Kurz darauf teilte die MilitĂ€rverwaltung der Stadt auf Telegram mit, dass möglicherweise ein in die ErdatmosphĂ€re eingetretener, ausgedienter Nasa-Satellit fĂŒr dieses PhĂ€nomen gesorgt hatte. „Es wurde ein Luftangriffsalarm ausgerufen, um Opfer durch auf den Boden fallende TrĂŒmmer zu vermeiden“, hiess es. Die Flugabwehr sei nicht aktiv geworden. Bei dem Satelliten handelt es sich möglicherweise um das Weltraumteleskop RHESSI, dessen Wiedereintritt in die AtmosphĂ€re fĂŒr die Nacht auf Donnerstag angekĂŒndigt war. Das Teleskop war im Februar 2002 ins All gebracht worden, die Mission endete im Oktober 2018.

Nach Ansicht Kyjiws ist der russische PrĂ€sident Wladimir Putin bei seinem angeblichen Frontbesuch in den besetzten Gebieten der Ukraine von einem DoppelgĂ€nger vertreten worden. „Das war nicht der echte Putin“, sagte am Mittwoch der SekretĂ€r des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine, Olexij Danilow, ohne Beweise im Fernsehen. „Um mit dem echten Putin sprechen zu können, muss man mindestens 10 bis 14 Tage in QuarantĂ€ne.“ Der in Cherson gesichtete Putin sei „ein gewöhnliches Double gewesen, von denen es bekanntlich mehrere gibt“.

Nach Danilows Worten sei Putin „ein verĂ€ngstigter Mann“, und die Vorstellung, dass er sich zu einem Besuch der Front entschlossen habe, sei schlicht unmöglich. Nach Kreml-Angaben vom Dienstag hatte Putin sowohl die besetzten Gebiete der Region Cherson im SĂŒden als auch Luhansk im Osten der Ukraine besucht und sich mit fĂŒhrenden MilitĂ€rs getroffen. Der genaue Zeitpunkt des angeblichen Besuchs wurde vom Kreml nicht genannt. Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen.

(text:sda/bild:keystone)