5 August 2022

USA kritisieren Chinas Reaktion auf Pelosis Besuch in Taiwan

Die US-Regierung hat scharfe Kritik an der chinesischen Reaktion auf den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan geĂŒbt. Der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, nannte die Schritte am Freitag bei einer Telefonschalte mit Journalisten „unverantwortlich“ und „eine Überreaktion der Chinesen“. UnverstĂ€ndnis zeigte Kirby unter anderem darĂŒber, dass die Chinesen den Dialog ĂŒber Klimaschutz mit den USA gestoppt haben. „Sie glauben, dass sie uns bestrafen, indem sie diesen Kanal schliessen. In Wirklichkeit bestrafen sie die ganze Welt, denn die Klimakrise kennt keine geografischen Grenzen.“

Kirby verurteilte auch die Sanktionen, die China gegen Pelosi verhĂ€ngt hat. „Sie hatte jedes Recht zu reisen.“ Dass China auch bestimmte KommunikationskanĂ€le zwischen den MilitĂ€rs der beiden LĂ€nder gekappt habe, erhöhe besonders vor dem Hintergrund der „provokativen MilitĂ€rĂŒbungen“ Pekings das Risiko von FehleinschĂ€tzungen. Die USA wollten keine Krise mit China, und es gebe keinen Grund fĂŒr eine solche Krise. Das habe die US-Regierung auch dem chinesischen Botschafter in Washington bei einem Treffen deutlich gemacht.

China wirft Pelosi vor, sich „ernsthaft in innere Angelegenheiten Chinas eingemischt“ zu haben. Die kommunistische FĂŒhrung lehnt offizielle Kontakte anderer Staaten zu Taiwan ab, weil sie die Insel fĂŒr sich beansprucht. Peking sieht das selbst regierte Taiwan als Teil der Volksrepublik an und droht mit einer gewaltsamen Eroberung. Die 23 Millionen Taiwaner hingegen verstehen sich als unabhĂ€ngig.

(text:sda/bild:unsplash)