13 Januar 2024

USA greifen erneut Huthi-Rebellen im Jemen an

Die USA haben in der Nacht zum Samstag erneut eine Stellung der vom Iran unterstĂŒtzten Huthi-Rebellen im Jemen angegriffen. Ziel sei eine Radaranlage der Huthi gewesen, teilte das US-MilitĂ€r mit. Der Angriff mit Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk sei vom US-Zerstörer „USS Carney“ aus gestartet worden. Er erfolgte nach dem MilitĂ€rschlag vom Vortag, wie es weiter hiess. Über mögliche Opfer war zunĂ€chst nichts bekannt.

In der Nacht zum Freitag hatten die USA und Grossbritannien mit der UnterstĂŒtzung VerbĂŒndeter einen umfassenden MilitĂ€rschlag gegen die Huthi im Jemen ausgefĂŒhrt – als Reaktion auf die wiederholten Angriffe der Huthi auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer. Dabei waren nach Penatgon-Angaben knapp 30 Stellungen der Huthi attackiert worden. Generalleutnant Douglas Sims, der im Pentagon militĂ€rische Operationen verantwortet, sagte am Freitag, die Auswertung des Einsatzes sei noch nicht abgeschlossen. Er wisse aber, dass die FĂ€higkeiten der Rebellen geschwĂ€cht worden seien.

Nach Angaben der Huthi waren in der Nacht zum Freitag fĂŒnf Mitglieder getötet worden. Sechs weitere seien verletzt worden. Die Angriffe trafen demnach die Hauptstadt Sanaa sowie die Provinzen Hudaida, Tais, Hajjah und Saada.

Die Huthi kĂŒndigten Vergeltung an und erklĂ€rten, ihre Angriffe auf angeblich mit Israel in Verbindung stehende Handelsschiffe im Roten Meer fortzusetzen. Aus dem Pentagon hiess es, die Huthi hĂ€tten am Freitag mindestens eine ballistische Antischiffsrakete auf ein Handelsschiff abgefeuert.

Seit Ausbruch des Gaza-Krieges zwischen Israel und der islamistischen Hamas greifen die Huthi immer wieder Schiffe mit angeblich israelischer Verbindung im Roten Meer an. Grosse Reedereien meiden die Route zunehmend. Die Huthi greifen das gut 2000 Kilometer entfernte Israel auch immer wieder direkt mit Drohnen und Raketen an.

Der MilitĂ€rschlag sei eine Reaktion auf die „illegalen, gefĂ€hrlichen und destabilisierenden“ Angriffe der Huthi auf Schiffe im Roten Meer gewesen und beruhe auf dem Recht der Selbstverteidigung, hiess es in einer gemeinsamen ErklĂ€rung der Allianz, der neben den USA und Grossbritannien die Niederlande, Kanada, Bahrain und Australien angehören.

Etwa zehn Prozent des gesamten Welthandels laufen ĂŒber das Rote Meer. Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit die kĂŒrzeste Verbindung auf dem Seeweg zwischen Asien und Europa. Die Alternativstrecke um das sĂŒdafrikanische Kap der Guten Hoffnung verlĂ€ngert die Transporte um einige Tage.

Die jĂŒngsten Entwicklungen schĂŒren BefĂŒrchtungen, dass sich die zahlreichen Spannungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Region zu einem grösseren Konflikt im Nahen Osten ausweiten könnten.

Moskau verurteilte den MilitĂ€rschlag der USA und ihrer VerbĂŒndeten. Auch aus dem Iran kamen Kritik an dem Vorgehen und Warnungen vor wachsender Unsicherheit und InstabilitĂ€t in der Region.

Die schiitischen Huthi-Rebellen haben im Jemen in ihrem seit 2014 laufenden Aufstand weite Teile im Norden des Landes eingenommen und kontrollieren auch die Hauptstadt Sanaa. Die Rebellen werden vom mehrheitlich schiitischen Iran unterstĂŒtzt.

(text:sda/bild:keystone)