28 Februar 2023

US-Wahl: Murdoch gibt Falschaussagen von TV-Moderatoren zu

Der Eigent├╝mer des konservativen US-Nachrichtensenders Fox News, Rupert Murdoch, hat zugegeben, dass einige seiner Moderatoren bewusst L├╝gen in Bezug auf die Pr├Ąsidentschaftswahl 2020 verbreitet haben.

Das geht laut US-Medien aus Gerichtsdokumenten hervor, die eidesstattliche Aussagen des 91-J├Ąhrigen von Anfang Februar wiedergeben. “Einige unserer Kommentatoren haben dem zugestimmt”, sagte der Medienmogul demnach mit Blick auf falsche Behauptungen, die Wahl sei dem damaligen Amtsinhaber Donald Trump gestohlen worden.

Er selbst habe aber ernsthafte Zweifel an diesen Behauptungen gehabt, erkl├Ąrte Murdoch. Er h├Ątte Auftritte von Getreuen des unterlegenen Trump, die die L├╝ge vom Wahlbetrug auf Fox nach der Wahl verbreiteten, stoppen k├Ânnen, sagte Murdoch. “Aber ich habe es nicht getan”, gab er zu.

Die Aussage ist Teil eines Verleumdungsprozesses, den der Wahlmaschinenhersteller Dominion gegen Fox News angestrengt hatte. Dominion fordert in dem Rechtsstreit rund 1,6 Milliarden US-Dollar Schadenersatz, weil Fox News Berichte ├╝ber angebliche Manipulation der Wahlcomputer verbreitete. Das Management des TV-Senders beruft sich auf die Pressefreiheit und beharrt darauf, die Version Trumps und seiner Anw├Ąlte legitimerweise als Nachricht behandelt und wiedergegeben zu haben. In dem Prozess vor einem Bundesgericht in Delaware will Dominion nachweisen, dass Fox News vors├Ątzlich Falschnachrichten ausstrahlte.

Fox News ist Quotenf├╝hrer unter den Kabelnachrichtensendern in den USA. Eine der popul├Ąrsten Shows ist die Abendsendung des meinungsstarken konservativen Moderators Tucker Carlson, der mit seinen Thesen mitunter rechte Verschw├Ârungstheorien insinuiert. Seine Sendung sahen im Januar im Schnitt mehr als drei Millionen Menschen pro Ausgabe.

Aus den Gerichtsdokumenten geht hervor, dass Fox-Moderatoren Angst hatten, in der Gunst der Zuschauer zu sinken, wenn sie Trumps Thesen vom Wahlbetrug nicht unterst├╝tzen. Der Republikaner behauptet bis heute wahrheitswidrig, er sei durch Betrug um seinen Wahlsieg gebracht worden. Ein Untersuchungsausschuss des US-Kongresses erhob im vergangenen Jahr schwere Vorw├╝rfe gegen Trump, seine Anh├Ąnger zum Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 angestiftet zu haben und forderte strafrechtliche Konsequenzen.

(text:sda/bild:unsplash)