20 September 2023

US-Staatsanwaltschaft ├╝bergibt Nazi-Raubkunst an Erben

US-Beh├Ârden haben sieben in der Zeit des Nationalsozialismus geraubte Kunstwerke an die Erben des j├╝dischen Kunstsammlers Fritz Gr├╝nbaum zur├╝ckgegeben. „Es ist nie zu sp├Ąt, einiges von dem wiedergutzumachen, was wir verloren haben, die Opfer zu ehren und dar├╝ber nachzudenken, wie ihre Familien bis heute beeintr├Ąchtigt werden“, sagte der New Yorker Staatsanwalt Alvin Bragg bei der ├ťbergabe der Gem├Ąlde des ├Âsterreichischen Expressionisten Egon Schiele (1890-1918) am Mittwoch in New York.

Gr├╝nbaum war laut Staatsanwaltschaft 1938 von den Nazis in Haft genommen worden. Sp├Ąter habe seine Frau die Kunstsammlung an die Nationalsozialisten ├╝bergeben m├╝ssen. Die Arbeiten sollen zur Sammlung des 1941 im Konzentrationslager Dachau ermordeten j├╝dischen Kabarettisten und Sammlers Gr├╝nbaum geh├Ârt haben.

Die sieben Gem├Ąlde seien unter anderem 1956 vom H├Ąndler Eberhard Kornfeld an eine New Yorker Galerie verkauft worden, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Kornfeld habe eng mit dem umstrittenen Kunstsammler Cornelius Gurlitt zusammengearbeitet und von ihm Hunderte Gem├Ąlde Naziraubkunst von Holocaust-Opfern erhalten.

Die Staatsanwaltschaft sch├Ątzte den Wert der ├╝bergebenen Gem├Ąlde auf rund 9,5 Millionen Dollar (8,9 Millionen Euro). Es handele sich beispielsweise um die Portr├Ąts „Ich liebe Antithesen“ und „Schuhe anziehendes M├Ądchen“. Die Arbeit der Ermittler und die ├ťbergabe der Gem├Ąlde sei mutig, gerecht und m├Âglicherweise weltweit einmalig, lobte der Gr├╝nbaum-Erbe Timothy Reif.

Die Bilder hatten zur Sammlung von drei Museen und zwei privaten Kollektionen geh├Ârt, darunter das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) und die Morgan Library & Museum sowie die Sammlung von Ronald Lauder. Die Arbeiten wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft freiwillig ├╝bergeben worden.

Bereits in der vergangenen Woche hatte es US-Medienberichte gegeben, wonach drei weitere Bilder Schieles wegen des Verdachts auf Raubkunst beschlagnahmt worden seien. Die Erben des ├Âsterreichischen Sammlers Gr├╝nbaum hatten bereits in der Vergangenheit versucht, mutmasslich geraubte Kunst restituiert zu bekommen. So hatten sie den Berichten zufolge etwa 2018 Erfolg vor Gericht. Danach seien zwei Gem├Ąlde im Jahr 2022 an die Angeh├Ârigen zur├╝ckgegeben worden.

(text:sda/bild:keystone)