15 April 2024

Urteil gegen Theologen der Universit├Ąt Lugano wegen Homophobie

Das Polizeigericht von Bellinzona verk├╝ndet am Montagnachmittag sein erstinstanzliches Urteil im Verfahren gegen einen in Lugano lehrenden deutschen Theologen. Dem Professor an der Theologischen Fakult├Ąt wird Diskriminierung und Aufstachelung zur Homophobie vorgeworfen.

Der 68-j├Ąhrige Professor an der Universit├Ąt der italienischen Schweiz (USI) ist angeklagt, weil er die Ver├Âffentlichung eines homophoben Artikels in einer theologischen Monatsschrift, deren Herausgeber er ist, erlaubt haben soll.

Der Theologe, der auf nicht schuldig pl├Ądiert hatte, erschien am Montag vergangener Woche pers├Ânlich vor dem Polizeigericht von Bellinzona, nachdem er sich einem Strafbefehl widersetzt hatte. Dieser hatte den Mann im Dezember 2022 zu einer Geldstrafe von 9450 Franken und einer Busse von 1850 Franken verurteilt.

Der Professor war wegen Diskriminierung und Anstiftung zum Hass verurteilt worden, weil er die Ver├Âffentlichung des Artikels eines polnischen Theologen in der deutschen katholischen Monatsschrift „Theologisches“ erlaubt hatte. Der Text verglich die Homosexuellen innerhalb der Kirche mit „einem Krebsgeschw├╝r, skrupellosen Parasiten und einer Schwulenmafia“.

Der deutsche Herausgeber und Theologe war von Pink Cross, der Dachorganisation der schwulen und bisexuellen M├Ąnner in der Schweiz, angezeigt worden. Der Anwalt des Angeklagten wiederum forderte einen Freispruch f├╝r seinen Mandanten, da der beanstandete Artikel keine Angriffe auf alle Homosexuellen enthalten habe, sondern nur auf solche, die sich innerhalb der Kirche mit p├Ądophilen Verbrechen „befleckt“ h├Ątten.

(text:sda/bild:unsplash)