16 September 2026

Unglückliche Niederlage gegen Servette

Der FC Thun wollte im Duell der Tabellennachbarn wichtige Punkte sammeln und den Anschluss an die obere Tabellenhälfte halten. Doch gegen Servette FC erwischten die Thuner einen denkbar schlechte Voraussetzung. Trotz einer starken Aufholjagd und einer zwischenzeitlichen Aufholjagd bis zum 2:2 mussten sie sich am Ende mit 2:4 geschlagen geben.

Die erste Szene des Spiels gehörte den Gästen aus Genf. Bereits in der 1. Minute versuchte es Mathis Lambourde aus der Distanz mit dem linken Fuss, setzte den Ball jedoch knapp neben das Tor. Nur drei Minuten später zappelte der Ball bereits im Thuner Netz. Kingstone Mutandwa bekam den Ball in der Strafraummitte und traf mit dem rechten Fuss flach ins linke Eck. 0:1 – der FC Thun lag früh zurück.

Die Thuner brauchten einige Minuten, um ins Spiel zu finden. In der 10. Minute schafften sie es erstmals gefährlich in den Genfer Strafraum. Nach einem etwas chaotischen Ballabtausch landete der Ball bei Kévin Labeau, der versuchte, auf Strannegård abzulegen. Der Abschluss misslang jedoch. Bei strömendem Regen blieben die ersten 15 Minuten aus Thuner Sicht schwierig. Danach fanden die Gastgeber allerdings immer besser ins Spiel. Eine Ecke konnte von nicht sauber geklärt werden, doch auch aus dieser Situation machten die Thuner zu wenig. Schliesslich versuchte es Christofferson mit einem Abschluss.

Vor allem über die linke Seite sorgte Strannegård immer wieder für Akzente. In der 18. Minute kombinierten sich die Thuner sehenswert nach vorne. Labeau legte für Saiz auf, dessen Abschluss jedoch vom Genfer Torhüter pariert wurde. In den folgenden zehn Minuten hatten die Thuner zwar mehr Ballbesitz und waren spielbestimmend, wirklich zwingende Torchancen blieben jedoch aus. Viele Angriffe endeten mit ungefährlichen Abschlüssen. Das rächte sich in der 29. Minute. Nach einem weiteren Thuner Angriff schaltete Servette schnell um. In einer Drei-gegen-Drei-Situation bewahrte der Servette Offensiv-Spieler Mathis Lambourde die Ruhe und schob zum 0:2 ein. Für Thun wurde die Aufgabe damit noch schwieriger. In der 36. Minute sah Fabio Saiz nach einem überharten Einsteigen die Gelbe Karte. Doch ausgerechnet Saiz sollte kurz darauf für den Hoffnungsschimmer sorgen.

Saiz bringt Thun zurück
In der 39. Minute fasste sich Saiz ein Herz und erzielte den 1:2-Anschlusstreffer. Plötzlich war der FC Thun wieder im Spiel. Nach einer Minute Nachspielzeit ging es mit dem knappen Rückstand in die Pause.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Servette zunächst gefährlich. Bereits in der 47. Minute sorgte ein Freistoss rund einen Meter vor der Strafraumgrenze für Gefahr. Der Ball blieb glücklicherweise in der Thuner Mauer hängen, den anschliessenden Abpraller konnten die Genfer nicht verwerten.

Der Ausgleich – und plötzlich kocht das Stadion
In der 54. Minute explodierte die Stimmung im Stadion. Ein guter Pass von der linken Seite setzte Labeau in Szene. Dieser liess den Ball für Fabio Fehr durch, der aus spitzem Winkel abschloss. Der Genfer Torhüter konnte parieren. Im anschliessenden Getümmel im Servette-Strafraum kam Labeau erneut zum Abschluss. Der Ball schien dabei einen Genfer am Arm zu treffen – der Penaltypfiff blieb jedoch aus. Stattdessen landete der Ball erneut bei Fabio Saiz. Der Thuner blieb eiskalt und verwandelte zum 2:2 und zu seinem zweiten Super-League-Treffer!

In der 63. Minute kannte der Jubel im Stadion keine Grenzen. Der FC Thun erzielte tatsächlich das vermeintliche 3:2. Die Partie schien komplett gedreht, die Aufholjagd perfekt. Doch der Schiedsrichter wurde vom VAR an den Bildschirm gebeten. Nach der Überprüfung wurde ein Foul der Thuner festgestellt. Der Treffer zählte nicht.

Aus dem vermeintlichen Führungstreffer wurde wenige Augenblicke später der nächste Rückschlag. Téo Allix fasste sich ein Herz und traf mit einem Distanzschuss flach ins rechte Eck. 2:3 für Servette.

Der FC Thun gab sich allerdings nicht geschlagen. Die Gastgeber zeigten weiterhin ein gutes und unterhaltsames Spiel, kamen immer wieder schnell und gefährlich nach vorne. In der 81. Minute forderten die Thuner erneut einen Penalty. Dursun ging im Strafraum nach einem Kontakt mit Burch zu Boden. Schiedsrichter von Mandach entschied jedoch zurecht auf Weiterspielen. Die Thuner drängten weiter auf den Ausgleich. Doch statt des 3:3 fiel in der 86. Minute die Entscheidung.

Servette konterte schnell: Jarell Njiké Simo bediente Datro Fofana, der aus der Strafraummitte mit dem rechten Fuss zum 2:4 traf. Damit war die Partie entschieden.

Bitteres Ende nach grossem Kampf

Der FC Thun muss sich Servette trotz einer starken zweiten Halbzeit mit 2:4 geschlagen geben. Nach dem frühen 0:2 kämpften sich die Thuner eindrucksvoll zurück, glichen aus und glaubten nach dem vermeintlichen 3:2 sogar an die komplette Wende. Der VAR machte dem Jubel jedoch einen Strich durch die Rechnung.

Am Ende steht eine bittere Niederlage für die Thuner. Vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft nach dem frühen Rückstand zurückkam und über weite Strecken der zweiten Halbzeit mutig und offensiv auftrat, macht die vier Gegentore umso ärgerlicher. Servette war im Abschluss effizienter und nimmt die drei Punkte aus Thun mit.

(text:sbü/bild:zvg fc thun, levin anneler)