27 Oktober 2023

UN werfen Israel und Hamas Kriegsverbrechen vor

Das UN-MenschenrechtsbĂŒro wirft Israel Kriegsverbrechen vor. Den mehr als zwei Millionen Menschen im Gazastreifen Strom und Treibstoff vorzuenthalten sei eine kollektive Bestrafung. „Kollektive Bestrafungen sind ein Kriegsverbrechen“, sagte die Sprecherin, Ravina Shamdasani, am Freitag in Genf.

Sie fĂŒgte hinzu, dass auch die EntfĂŒhrung von Zivilisten ein Kriegsverbrechen sei. Die radikale PalĂ€stinenserorganisation Hamas hatte bei einem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober mehr als 200 Menschen in den Gazastreifen verschleppt.

Die kollektive Bestrafung im Gazastreifen passiere, weil der gesamten Bevölkerung Wasser, Nahrungsmittel, Treibstoff und Strom vorenthalten werde. Der Treibstoffmangel zwinge zur Schliessung von KrankenhĂ€usern und BĂ€ckereien. Menschen lebten in ZufluchtsstĂ€tten unter verheerenden Bedingungen, ohne sauberes Trinkwasser und unzureichenden sanitĂ€ren Einrichtungen. „FĂŒr die 2,2 Millionen Menschen, die im Gazastreifen eingeschlossen sind und kollektiv bestraft werden, bahnt sich eine humanitĂ€re Katastrophe an“, sagte Shamdasani. „Israels kollektive Bestrafung der gesamten Bevölkerung von Gaza muss sofort aufhören.“

Terroristen hatten am 7. Oktober im Auftrag der Hamas Israel ĂŒberfallen und im Grenzgebiet Massaker angerichtet. Israel begann daraufhin nach eigenen Angaben mit GegenschlĂ€gen auf Hamas-Ziele. Israel möchte die in den Gazastreifen verschleppten Geiseln befreien und die herrschende Hamas zerschlagen. Israel befĂŒrchtet, dass Hilfsleistungen in die HĂ€nde der Hamas fallen könnten und dass die Hamas eine Feuerpause nutzen könnte, sich neu zu gruppieren und zu bewaffnen.

(text:sda/bild:unsplash)