9 Dezember 2023

UN-Umweltprogramm fordert „Wende fĂŒr die Natur“ – auch finanziell

Jedes Jahr werden einem UN-Bericht zufolge weltweit fast sieben Billionen Dollar aus öffentlichen und privaten Mitteln in Massnahmen und AktivitÀten investiert, die einen unmittelbaren negativen Einfluss auf die Natur haben. Investitionen in sogenannte naturbasierte Lösungen dagegen beliefen sich im vergangenen Jahr lediglich auf 200 Milliarden Dollar, so der am Samstag auf der UN-Klimakonferenz COP28 vorgestellte Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP).

Um die Ziele der Umweltkonferenz von Rio zu erreichen, mĂŒssten die Investitionen in naturbasierte Lösungen nahezu verdreifacht werden. Naturbasierte Lösungen sind unter anderem Wiederaufforstung oder die Wiederherstellung von Marschland oder MangrovensĂŒmpfen.

UNEP-Chefin Inger Andersen verwies bei der Vorstellung des Berichts auf die drei eng miteinander verbundenen Krisen – Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt und Landdegradierung, also die SchĂ€digung der Böden, sodass sie ihre ökologischen und ökonomischen Funktionen nur noch schlecht oder gar nicht erfĂŒllen können. „Naturbasierte Lösungen sind dramatisch unterfinanziert“, sagte sie. Andersen forderte „eine grosse Wende fĂŒr die Natur“. Der Bericht sei ein Aufruf an Regierungen und den privaten Sektor, in die Natur zu investieren.

„Die weit verbreitete Verschlechterung der Natur verschĂ€rft nicht nur die Klimakrise, sondern drĂ€ngt uns an die Grenzen auf unserem Planeten“, warnte Jochen Flasbarth, StaatssekretĂ€r im Bundesministerium fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit, das den Bericht finanziell unterstĂŒtzt hat.

Die Ergebnisse des UNEP-Berichtes basieren auf einer Analyse weltweiter Finanzströme, etwa in Baugewerbe, ElektrizitĂ€tsversorgung, Immobilien, Öl und Gas sowie Lebensmittel und Tabak. Auch staatliche Subventionen in Wirtschaftszweige mit schĂ€dlichen Folgen fĂŒr die Natur könnten etwa zur Zerstörung von Feuchtgebieten, WĂ€ldern und anderen Naturlandschaften beitragen.

(text:sda/symbolbild:unsplash)