24 Juni 2023

2,5 Millionen Vertriebene Menschen im Sudan

Mehr als zwei Monate nach dem Ausbruch schwerer K├Ąmpfe im Sudan steigt die Zahl der Vertriebenen weiter.

Rund 2,5 Millionen Menschen sind mittlerweile geflohen, mehr als eine halbe Million davon ins Ausland, wie das Nothilfeb├╝ro der Vereinten Nationen (OCHA) am Donnerstagabend mitteilte. Allein aus der seit dem 15. April mit Luftangriffen und Artillerie umk├Ąmpften Hauptstadt Khartum seien 1,3 Millionen Menschen innerhalb des Landes geflohen, Hunderttausende zudem aus der Region Darfur im Westen des Landes. Dort eskalieren erneut ethnische Spannungen.

Die Nachbarl├Ąnder ├ägypten, Tschad und S├╝dsudan haben bisher die meisten Grenz├╝bertritte verzeichnet. Unter den mehr als 500 000 Menschen, die das Land verlassen haben, sind nach Angaben der UN-Organisation IOM knapp zwei Drittel Sudanesinnen und Sudanesen. Bei den ├╝brigen handelt es sich um B├╝rger anderer Staaten – oftmals um Menschen, die ihrerseits in den Sudan geflohen waren und nun zur├╝ckkehren. Der Sudan z├Ąhlte vor dem Konflikt rund 46 Millionen Einwohner.

Dem UN-Nothilfeb├╝ro zufolge kam es auch w├Ąhrend der j├╝ngsten dreit├Ągigen Feuerpause zwischen der Armee und der milit├Ąrischen Truppe Rapid Support Forces (RSF) zu K├Ąmpfen, insbesondere in Khartum und den Regionen Darfur und Kordofan. In West-Darfur sollen Hunderte Zivilisten get├Âtet worden sein. Zudem soll Frauen vergewaltigt, H├Ąuser gepl├╝ndert, besetzt und niedergebrannt worden sein.

In dem nordostafrikanischen Land k├Ąmpfen die RSF des fr├╝heren Vize Mohammed Hamdan Daglo – eine aus arabischen Milizen in Darfur hervorgegangene Quasi-Armee mit Zehntausenden K├Ąmpfern – gegen die Streitkr├Ąfte unter Staatschef Abdel Fattah al-Burhan. Die Gener├Ąle hatten sich gemeinsam an die Macht geputscht, dann aber zerstritten.

(text:sda/bild:)