26 Oktober 2023

UN kritisieren Angriffe auf zivile Einrichtungen im Sudan

Das Nothilfeb├╝ro der Vereinten Nationen hat anhaltende Angriffe auf zivile Infrastruktur im Sudan angeprangert. Allein im Oktober seien ein Krankenhaus und ein Wasserwerk nahe der Hauptstadt Khartum angegriffen worden, teilte das UN-Nothilfeb├╝ro (OCHA) im Sudan am Donnerstag mit. „Am 9. Oktober schlugen Granaten im Al-Nao-Krankenhaus, einem der letzten funktionierenden Krankenh├Ąuser in Omdurman, ein und t├Âteten zwei Menschen und verletzten f├╝nf weitere, w├Ąhrend sich das medizinische Personal um die Patienten k├╝mmerte. Vier weitere Granaten explodierten in der N├Ąhe des Krankenhauses und t├Âteten zwei weitere Menschen“, hiess es.

Nach dem Beschuss einer Wasseraufbereitungsanlage in Omdurman am 21. Oktober sei die Wasserversorgung unterbrochen gewesen. Das sei besonders schwerwiegend angesichts eines Cholera-Ausbruchs mit mehr als 1600 F├Ąllen in dem Land am Horn von Afrika, in dem seit dem 15. April die Armee gegen die paramilit├Ąrische Gruppe RSF des ehemaligen Vizemachthabers k├Ąmpft. In den von K├Ąmpfen betroffenen Regionen seien mehr als 70 Prozent der Gesundheitseinrichtungen ausser Betrieb.

Der Sudan hatte vor dem Konflikt rund 48 Millionen Einwohner. UN-Sch├Ątzungen zufolge sind seit Mitte April rund 5,8 Millionen Menschen vertrieben worden, von denen rund 4,6 Millionen innerhalb des Landes auf der Flucht sind. Nach Erhebungen der Konfliktdatenorganisation ACLED wurden bis Mitte Oktober mehr als 10 000 Menschen bei K├Ąmpfen oder Gewalt gegen Zivilisten get├Âtet. Nach monatelanger Pause nahmen nach Angaben Saudi-Arabiens Vertreter der sudanesischen Armee und der RSF am Donnerstag wieder Verhandlungen im saudischen Dschidda auf.

(text&bild:sda)