6 Januar 2024

UN: Gazastreifen ist „unbewohnbar“ geworden

Drei Monate nach Beginn des Kriegs im Gazastreifen zwischen Israel und der islamistischen Hamas herrscht dort nach Beschreibung von Hilfsorganisationen der blanke Horror. „Gaza ist zu einem Ort des Todes und der Verzweiflung geworden“, sagte der Chef des UN-Nothilfeb├╝ros OCHA, Martin Griffiths, am Freitag. Das schwer zerbombte Gebiet sei „unbewohnbar“ geworden. Eine Hungersnot drohe. Israels Armee erkl├Ąrte dagegen, es gebe dort „hinreichend“ Nahrung. S├╝dafrika zerrt Israel nun gar vor den Internationalen Gerichtshof: wegen V├Âlkermords. Eine m├Âgliche Gerichtsanordnung zur einstweiligen Einstellung der K├Ąmpfe will Israel einem Bericht zufolge abwenden.

„Vor allem f├╝r Kinder waren die letzten 12 Wochen traumatisch“, sagte UN-Nothilfekoordinator Griffiths. „Kein Essen. Kein Wasser. Keine Schule. Nichts als die schrecklichen Ger├Ąusche des Krieges, Tag f├╝r Tag.“ Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbeh├Ârde wurden seit Kriegsbeginn mehr als 22 000 Menschen get├Âtet. Die Zahl l├Ąsst sich nicht pr├╝fen, gilt aber als glaubw├╝rdig.

Selbst Gebiete, in denen sich Zivilisten nach israelischer Aufforderung aufhielten, seien bombardiert worden, sagte Griffiths. Auch medizinische Einrichtungen w├╝rden „unerbittlich angegriffen“. Von wem die Attacken ausgingen, sagte er jedoch nicht. Die wenigen Krankenh├Ąuser, die noch teilweise funktionsf├Ąhig seien, w├╝rden von verzweifelten Schutzsuchenden ├╝berlaufen. „Es bahnt sich eine gesundheitliche Katastrophe an.“ Dagegen sagte der f├╝r humanit├Ąre Hilfe zust├Ąndige Vertreter der israelischen Cogat-Beh├Ârde, Elad Goren: „Wir haben die humanit├Ąre Situation vor Ort stabilisiert“.

(text:sda/bild:keystone)