9 Juni 2021

UN: 100 000 Menschen im Osten von Myanmar auf der Flucht

Wegen anhaltender Gewalt durch die Armee sind im Osten von Myanmar nach SchĂ€tzungen der Vereinten Nationen mindestens 100 000 Menschen auf der Flucht. Besonders betroffen sei der Kayah-Staat an der Grenze zu Thailand, hiess es in einer Mitteilung der UN-Vertretung in dem Krisenland. Auslöser seien „wahllose Angriffe der SicherheitskrĂ€fte auf von Zivilisten bewohnte Gebiete“ gewesen. Viele suchten Zuflucht in benachbarten Regionen, andere könnten ins Ausland fliehen, hiess es.

Die UN-Vertretung zeigte sich sehr besorgt ĂŒber die humanitĂ€re Lage der Betroffenen. Die Menschen brĂ€uchten dringend Lebensmittel, Wasser, UnterkĂŒnfte und Zugang zu Gesundheitsversorgung, hiess es. Jedoch wĂŒrden Hilfslieferungen von der prekĂ€ren Sicherheitslage, schlechten Zugangswegen und den vom MilitĂ€r verhĂ€ngten Reisesperren behindert.

Seit dem MilitĂ€rputsch von Anfang Februar versinkt das frĂŒhere Birma in Chaos und Gewalt. Die GenerĂ€le hatten die Regierung von Aung San Suu Kyi entmachtet. Die FriedensnobelpreistrĂ€gerin ist seither im Hausarrest. Bei andauernden Protesten gegen die Junta sind SchĂ€tzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP zufolge bereits mehr als 850 Menschen getötet worden. In vielen Landesteilen liefern sich Rebellengruppen ethnischer Minderheiten und neu gegrĂŒndete Milizen KĂ€mpfe mit dem MilitĂ€r.

(text:sda/bild:unsplash)