7 Januar 2022

Umfragen zeigen klare Mehrheiten fĂŒr Tabakwerbeverbot

WĂ€re am 25. Dezember oder Anfang des neuen Jahres ĂŒber die Initiative fĂŒr ein Tabakwerbeverbot abgestimmt worden, hĂ€tte eine klare Mehrheit die Vorlage angenommen. Dies zeigen die ersten Umfragen. Beim Medienpaket zeichnet sich ein knappes Rennen ab.

Sowohl die SRG als auch das Medienhaus Tamedia haben am Freitag die ersten Umfragen zu den Abstimmungen vom 13. Februar publiziert.

In der Erhebung des Forschungsinstituts GFS Bern im Auftrag der SRG gaben 73 Prozent der Befragten an, sie seien bestimmt oder eher fĂŒr die Volksinitiative „Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung“. 25 Prozent sprachen sich gegen das Begehren aus, 2 Prozent waren noch unentschieden.

Etwas weniger deutlich ist das Bild in der Umfrage von Tamedia und „20 Minuten“. Hier befĂŒrworteten 67 Prozent der Befragten ein Tabakwerbeverbot, 31 Ă€usserten sich dagegen, 2 Prozent machten keine Angaben.

Beim Medienpaket kamen in der SRG-Umfrage das Ja- und das Nein-Lager auf je 48 Prozent, 4 Prozent sind unentschlossen. Eine Nein-Mehrheit von 51 Prozent ergab dagegen die Tamedia-Umfrage. 42 sprachen sich fĂŒr die Vorlage aus, 7 Prozent gaben keine Stimmabsichten an.

Deutlich auseinander gehen die Umfrageresultate auch bei der Abschaffung der Stempelsteuer. Die Erhebung von Tamedia und „20 Minuten“ sieht das Nein-Lager mit 55 zu 30 Prozent vorne, 15 Prozent sind unentschlossen.

Auch in der SRG-Umfrage hat die Gegnerseite einen Vorsprung, dieser ist allerdings erheblich kleiner. 49 Prozent hĂ€tten demnach am Weihnachtstag gegen die GesetzesĂ€nderung gestimmt, 42 Prozent dafĂŒr. 9 Prozent der Teilnahmewiligen hatten sich noch keine Meinung gebildet.

Zwar sehen beide Umfragen das Nein-Lager bei der Initiative fĂŒr ein Tierversuchsverbot im Vorteil. Auch hier gibt es jedoch Unterschiede hinsichtlich der Deutlichkeit des Bildes. In der SRG-Umfrage Ă€usserten sich 48 Prozent gegen das Begehren, 45 Prozent dafĂŒr. Der Anteil der Unentschlossenen betrĂ€gt 7 Prozent. Die Tamedia-Umfrage sieht den Nein-Anteil hingegen bei 61 Prozent, die Zustimmung bei 34 Prozent. FĂŒnf Prozent sagten laut der Studie, sie seien unentschlossen.

Die Initiative fĂŒr ein Tabakwerbeverbot finde bei den AnhĂ€ngerinnen und AnhĂ€ngern aller grösseren Parteien eine Mehrheit. Und auch die Parteiungebundenen seien mehrheitlich dafĂŒr, schreibt das Institut GFS Bern in seinen ErlĂ€uterungen zur SRG-Umfrage. Am höchsten liege der Ja-Anteil mit 90 Prozent bei der Basis der GrĂŒnen, am niedrigsten mit 57 Prozent bei jener der SVP.

Die Vorlage finde eigentlich ĂŒberall komfortable Mehrheiten, befinden auch die Autoren der Studie zur Tamedia-Umfrage. Allerdings bildeten die Sympathisantinnen und Sympathisanten von FDP und SVP eine Ausnahme. Die freisinnige Basis ist demnach mit 52 Prozent mehrheitlich gegen ein Tabakwerbeverbot, bei der SVP-AnhĂ€ngerschaft liegen das Ja- und das Nein-Lager mit je 49 Prozent gleichauf.

Mehrheiten fĂŒr das Massnahmenpaket zugunsten der Medien sehen beide Umfragen bei der AnhĂ€ngerschaft von SP, GrĂŒnen und GLP. Die AnhĂ€ngerinnen und AnhĂ€nger der FDP und SVP hĂ€tten das Medienpaket dagegen mehrheitlich abgelehnt. Von der Basis der SVP wollten gemĂ€ss SRG-Umfrage vor rund zwei Wochen gerade einmal 17 Prozent ein Ja in die Urne legen, die Erhebung von Tamedia sieht die UnterstĂŒtzung bei nur 13 Prozent.

Die Autoren beider Studien verweisen auf sprachregionale Unterschiede: In der Romandie finde das Medienpaket eine Mehrheit, wÀhrend das Tessin und die Deutschschweiz skeptisch seien.

Absolute Mehrheiten fĂŒr die Abschaffung der Stempelsteuer zeigt die SRG-Umfrage bei den AnhĂ€ngerschaften der FDP mit 62 Prozent sowie der Mitte mit 57 Prozent. Bei der Basis der GrĂŒnen und der SP dominiert dagegen mit Nein-Anteilen 67 respektive 64 Prozent klar das Nein.

Ausserhalb der bĂŒrgerlichen ParteiwĂ€hlerschaften sprĂ€chen sich einzig Teilnahmewilige aus Haushalten mit den höchsten Einkommen fĂŒr die Abschaffung der Abgabe aus, heisst es in der Studie weiter.

Auch die Erhebung von Tamedia und „20 Minuten“ sieht grundsĂ€tzlich eine Polarisierung entlang des Links-Rechts-Schemas – allerdings liegt der Ja-Anteil bei der FDP mit 49 Prozent deutlich tiefer, bei der Mitte liegt die Gegnerseite mit 57 Prozent Nein zu 30 Prozent Ja klar vorne.

Der Geschlechtergraben sei bei der Initiative fĂŒr ein Tierversuchsverbot derzeit „ausserordentlich ausgeprĂ€gt“, so das Forschungsinstitut GFS Bern. Frauen wollen gemĂ€ss SRG-Umfrage zu 60 Prozent Ja stimmen, MĂ€nner nur zu 33 Prozent.

Auch die Tamedia-Umfrage lĂ€sst Unterschiede zwischen den Geschlechtern sichtbar werden – allerdings viel weniger deutlich. Zudem ist die UnterstĂŒtzung fĂŒr das Tierversuchsverbot insgesamt geringer. Der Studie zufolge liegt der Ja-Anteil bei den befragten Frauen bei 45 Prozent, jener bei den MĂ€nnern bei 24 Prozent. 72 Prozent der MĂ€nner und 50 Prozent der Frauen Ă€usserten sich demnach gegen das Volksbegehren.

In beiden Umfragen findet das Anliegen auf der linken Seite des politischen Spektrums tendenziell mehr UnterstĂŒtzung. Beide sehen abgesehen von der Basis der GrĂŒnen bei keiner Partei eine Mehrheit dafĂŒr.

FĂŒr die erste Welle der SRG- Trendbefragung befragte GFS Bern zwischen dem 17. Dezember 2021 und dem 3. Januar 2022 insgesamt 10’083 Stimmberechtigte. Der statistische Fehlerbereich betrĂ€gt +/-2.8 Prozentpunkte.

Die Online-Umfrage fĂŒr Tamedia und „20 Minuten“ wurde am 3. und 4. Januar durchgefĂŒhrt. Die Resultate basieren auf den Antworten von 13’120 Personen. Die Antworten wurden durch das Unternehmen Leewas nach demografischen, geografischen und politischen Variablen so gewichtet, dass sich ein reprĂ€sentatives Bild ergibt. Der Stichprobenfehler liegt bei +/- 1,5 Prozentpunkten.

(text&bild:sda)