29 Juli 2022

Ukraine will Russland zum Terrorstaat erklÀren lassen

Nach dem mutmasslichen Artillerieangriff auf ein Lager mit ukrainischen Kriegsgefangenen hat die Regierung in Kiew die internationale Gemeinschaft aufgefordert, Russland zu einem Terrorstaat zu erklĂ€ren. “Die Russen haben ein weiteres schreckliches Kriegsverbrechen verĂŒbt und das GefĂ€ngnis im besetzten Oleniwka beschossen, in dem sie ukrainische Kriegsgefangene halten”, schrieb Aussenminister Dmytro Kuleba am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter. Alle Partnerstaaten sollten diesen “brutalen Verstoss gegen das internationale Recht” hart verurteilen.

In GefĂ€ngnis bei Oleniwka in dem von Separatisten kontrollierten Teil des Donezker Gebiets waren zuvor nach russischen Angaben ĂŒber 50 Kriegsgefangene durch ukrainischen Beschuss getötet worden. Mehr als 100 Gefangene seien verletzt worden. Moskauer und örtlichen Angaben zufolge erfolgte der Angriff durch die ukrainische Armee mit PrĂ€zisionsraketenwerfern des Typs Himars. Kiew wies die Anschuldigungen zurĂŒck und warf wiederum der russischen Armee einen gezielten Beschuss der Baracke mit Angehörigen des umstrittenen Regiments Asow vor. Die Angaben lassen sich nicht unabhĂ€ngig prĂŒfen.

Der Chef des ukrainischen PrĂ€sidentenbĂŒros, Andrij Jermak, schloss sich der Forderung nach einer harten internationalen Verurteilung des Angriffs an. “Das ist ein zynisches und hinterhĂ€ltiges Verbrechen, das in die Geschichte unter der Bezeichnung “Terrorakt von Oleniwka” eingehen wird”, teilte Jermak bei Twitter mit. Den Russen sei es egal, wen sie töten. “FĂŒr sie ist der Mord wichtig und die stĂ€ndige LĂŒge, um die Beweise zu verbergen”, meinte der 50-JĂ€hrige. Zudem forderte Jermak vom Westen Raketen mit 300 Kilometer Reichweite fĂŒr bereits vorhandene Mehrfachraketenwerfer US-amerikanischen Typs.

(text:sda/bild:unsplash)